München (epd). Eine neue Ausstellung im Münchner Justizpalast porträtiert ab Freitag (13. September) einige der letzten lebenden "Gerechten unter den Völkern". Gezeigt werden fotografische Erzählungen, die von den Kunstschaffenden Lydia Bergida und Marco Limberg stammen, wie das Justizministerium am Mittwoch mitteilte. Den Ehrentitel der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem erhalten nicht jüdische Männer und Frauen, die während der NS-Zeit Jüdinnen und Juden gerettet haben. Insgesamt haben mehr als 28.000 Personen aus aller Welt diesen Titel erhalten. Ein Beispiel aus Deutschland ist der Unternehmer Oskar Schindler, der durch den Hollywoodfilm "Schindlers Liste" (1993) weltweit bekannt wurde.
Die Ausstellungseröffnung am Donnerstagabend um 19 Uhr ist prominent besetzt: Neben den Künstlern werden auch Justizminister Georg Eisenreich (CSU), die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle und der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes, Hans-Joachim Heßler, erwartet. Außerdem ist eine Begegnung von Münchner Holocaust-Überlebenden mit letzten lebenden "Gerechten unter den Völkern" geplant, unter ihnen auch der im Allgäu lebende Andrzej Sitkowski, der mit seiner Familie während des Zweiten Weltkrieges in Warschau eine jüdische Frau und ihre beiden Töchter vor den Nazis gerettet hatte.
Kommentare
Hm einerseits ist die…
Hm einerseits ist die weitere Beschäftigung mit dieser Zeit wünschenswert und auch interessant. Längst nicht alles ist erforscht und dokumentiert gerade in Bezug auf die "kleinen" Geschichten. Andererseits hat man das Gefühl, dass von der Elite des Landes krampfhaft versucht wird die Nachkriegszeit ins 21. Jh. fortzuschreiben mit ihr als Bewahrer des Guten. Ich fürchte das wird scheitern. Die Zeitzeugen werden eher früher als später verschwunden sein und die Betrachtung der Ereignisse ändert sich mit historischem Abstand unausweichlich und dabei wird die Generation, die gerade die Zügel in der Hand hält wohl weder als ganz schlimme Finger noch als Helden zur Rettung der Menschheit in Erinnerung bleiben. Die in der Nachkriegszeit sozialisierten werden bald auch abtreten und damit wird eine Bedeutungsverschiebung eintreten. Ob die Bedeutung eher zu oder abnimmt, ob das gut oder schlecht für die friedliche Entwicklung der Gesellschaft wird bleibt abzuwarten und wird auch davon abhängen wie gut es gelingt die historischen Ereignisse mit heute zu verknüpfen. Das wird gerade für die Älteren wohl eher schmerzlich, weil die heile bundesrepublikanische Welt, die so heil gar nicht war, massiv herausgefordert, hinterfragt und umgekrempelt werden wird.
Ich befasse mich seit…
Ich befasse mich seit längerer Zeit als Hobbyhistoriker mit dem Thema "Oskar Schindler in Hildesheim" (wo er von 1971 bis zu seinem Tod 1974 gelebt hat).
https://www.linkedin.com/posts/klausmetzger_activity-723674314855773388…