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Instagram, Facebook und Youtube sind die wichtigsten Social-Media-Kanäle für Videos in Deutschland. Wir stellen die Trends und Entwicklungen aus der BLM-Studie 2021 vor.
Studie Online Videos

Die wichtigsten Ausspielkanäle für Online-Video-Anbieter in Deutschland sind die drei Plattformen Instagram, Facebook und YouTube. Dem Online-Video-Monitor 2021 zufolge verbreiten jeweils etwa drei Viertel der befragten Online-Video-Anbieter ihre Inhalte über diese Seiten, geht aus einer Studie hervor, die die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) in Auftrag gegeben hat. Über eine eigene Website spielen hingegen nur 61 Prozent der Anbieter ihre Inhalte aus, über eine eigene mobile App nur 25 Prozent der mehr als 150 befragten Anbieter, hieß es weiter.

Tiktok gewinnt weiter an Raum

Mit 23 Prozent als Ausspielkanal landet die gerade bei jungen Nutzern beliebte Plattform Tiktok zwar nicht auf den vorderen Plätzen - dennoch sei sie für Facebook, Instagram und YouTube eine große Konkurrenz, so die BLM-Analyse. Den "rasanten Aufstieg" der Plattform zeigten auch die Follower-Zahlen der 100 beliebtesten deutschen Tiktok-Accounts. Alleine von Februar bis Juni 2021 sei die Zahl der Follower dieser Accounts um 20 Prozent auf 280 Millionen angewachsen. Der erfolgreichste deutsche Tiktoker Younes Zarou habe in weniger als zwei Jahren alleine mehr als 31 Millionen Follower hinter sich versammelt.

Online-Video-Monitor 2021 der BLM

Der Online-Video-Monitor 2021, den die BLM zusammen mit der Medienanstalt für Baden-Württemberg (LFK) in Auftrag gegeben hat, hat sich auch mit dem Thema Regulierung beschäftigt. Eine große Mehrheit von 85 Prozent der befragten deutschen Online-Video-Anbieter will demnach mehr Transparenz, wenn es um die Algorithmen der Plattformen geht. Die Anbieter wollten besser nachvollziehen können, welche Kriterien genau Einfluss auf Reichweite und Monetarisierung haben. Klarere Regeln wünscht sich eine Mehrheit aber auch mit Blick auf die Verantwortung der Inhalte-Anbieter und der Online-Plattformen.

BLM-Präsident Sigfried Schneider sagte  bei der Vorstellung des Online-Video-Monitors 2021 während des 10. Deutschen Social TV Summits, die Informationsvermittlung über soziale Medien werde gerade in den jungen Zielgruppen immer wichtiger - auch im Bereich der politischen Meinungsbildung. Daher sei aus Sicht der Landesmedienanstalten als Regulierungsbehörden wichtig: "Social Media bedeutet auch Verantwortung für die Influencer und die Plattformen." Laut LFK-Präsident Wolfgang Kreißig gibt es mit dem neuen Medienstaatsvertrag "erste wichtige Leitplanken" in diesem Bereich.

Online-Video-Monitor 2021 - Zahlen und Daten

Youtube

Auf Youtube wurden mehr als 21.500 Kanäle mit mindestens 500 Abonnent:innen wurden im Mai 2021 identifiziert. Das sind rund 4.000 mehr als 2019. Die Videoabrufe haben sich in diesem Zeitraum auf insgesamt 547 Mrd. Views in etwa verdoppelt.

Rund 1,7 Mrd. Abonnent:innen erreichten die deutschen YouTube-Kanäle im Mai 2021 kumuliert ( das ist ein Plus von 70 Prozent gegenüber 2019). 272 Kanäle haben über eine Mio. Abonnent:innen, 3.082 Kanäle  über 100.000 Abonnent:innen.

Instagram Reels und IGTV

Die deutschen Top 40 Instagram-Accounts erzielten zusammen im Mai 2021 mit ihren veröffentlichten Reels 151 Mio. und mit IGTV-Videos 52 Mio. Views. Reel serzielten im Schnitt 1,24 Mio., IGTV 700 Tsd. Views.

Facebook

Die Top zehn Facebook-Accounts mit den jeweils meisten Videoabrufen erreichten im Mai 2021 in Summe rund 189 Mio. Views. Dies sind rund 13 Prozent weniger als bei der letzten Erhebung im Februar 2019 und nur rund 20 Prozent der Zahl von 2017. Von den Top 100 Facebook-Kanälen (nach Abonnent:innen) veröffentlichten 85 Prozent im Untersuchungszeitraum 05/2021 mindestens ein Video. Insgesamt lag der Anteil der Video-Posts an allen Posts in diesem Zeitraum bei 22 Prozent.

Abrufzahlen mit Corona

Anbieter mit eigener Webpräsenz nutzen größtenteils Facebook (88 %), You-Tube (84 %) und Instagram (74 %) als Verbreitungswege für ihre Inhalte. Unter den Anbietern ohne eigene Webpräsenz liegt Instagram (74 %) deutlich vor YouTube (55 %) und Facebook (53 %).

Videos und Live-Streams

45 % der befragten Anbieter richten ihr Angebot auf die Nutzung kurzer Videos aus. Gut ein Drittel produziert mehr Live-Streams als zuvor, jeder Fünfte bietet –vermutlich pandemiebedingt –verstärkt auch Live-Veranstaltungen an

Wirtschaftliche Situation

62 % der kommerziellen Anbieter sind mit ihrer wirtschaftlichen Situation zufrieden. Gut die Hälfte gibt dabei an, dass sich Corona positiv auf den Umsatz ausgewirkt hat. Etwas mehr als ein Drittel zeigt sich hingegen unzufrieden. 24 % führen Umsatz-einbußen dabei auf die Pandemie zurück.

Marktvolumen

Das Marktvolumen für Online-Video-Werbung lag 2020 netto bei rund 1,3 Mrd. Euro und wuchs damit gegenüber 2019 um ca. 11 %. Bis 2025 wird der Markt laut Goldmedia-Schätzung auf rund 2,2 Mrd. Euro wachsen.

 

Online-Video-Monitor 2021

Für den Online-Video-Monitor 2021 wurden neben einer Befragung von Online-Video-Anbietern rund 30.000 Online-Video-Angebote identifiziert und analysiert – davon mehr als 20.000 YouTube-Kanäle, die Top Facebook- und Instagram-Accounts sowie rund 3.500 Video-Influencer auf TikTok.

Die komplette Studie kann unter diesem Link angesehen werden.

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