Ebersberg
Auf frischer Tat ertappt Pfarrer Edzard Everts aus Ebersberg zwei Einbrecher. Als die beiden die Flucht ergreifen, nimmt der 48-Jährige die Verfolgung auf – in Hausschuhen.

Um Mitternacht herum war es, da hörte der evangelische Pfarrer Edzard Everts aus Ebersberg am vergangenen Mittwoch von draußen ein Geräusch. Es klirrt und scheppert, wie wenn Glas zu Bruch geht. Erst denkt er an Jugendliche, die einfach Blödsinn machen, erzählt er im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er geht nach draußen um nachzusehen - da entdecken ihn die zwei Gestalten am Kellerabgang und ergreifen die Flucht.

Pfarrer Edzard Everts: "Ich wollte ja nicht den Helden spielen"

Der Pfarrer aus dem oberbayerischen Dekanat Rosenheim zögert keine Sekunde, sondern sprintet sofort hinterher. "Ich war in dem Moment einfach nur wütend", sagt er. Zeit zum Nachdenken habe er ja keine gehabt. "Da habe ich eher wie der Hund reagiert: Wenn die Katze wegläuft, dann wird sie auch gejagt." Wären die beiden stehen geblieben, hätte er sich wohl nicht genähert, meint er rückblickend: "Ich wollte ja nicht den Helden spielen."

Der Ebersberger Pfarrer Edzard Everts
Verfolgung in Hausschuhen: Der Ebersberger Pfarrer Edzard Everts vertrieb zwei Einbrecher

Instinktiv verfolgt Everts die erfolglosen Diebe die halbe Straße entlang. Sie haben sich mit dem falschen angelegt, denn der 48-Jährige war früher ein guter Läufer. Er hält also eine Weile mit, doch dann entkommen sie ihm doch.

Verfolgung in Hausschuhen

Schuld waren seine Hausschlappen, sagt der Pfarrer. Mittlerweile sei er nämlich zwar faul geworden und mache zu wenig Sport. Wenn es drauf ankomme, gehe aber schon noch ein bisschen was: "zumindest mit ordentlichen Schuhen an den Füßen".

Letztlich ist er aber doch froh, dass die Störenfriede entkommen sind. "Das war natürlich mein Glück", sagt er.

Die Einbrecher sind jetzt ein Fall für die Polizei

Seine eigenen beiden großen Jungs hätten ihm schon liebevoll aber schmerzhaft beigebracht, dass er bei einem Kräftemessen sicher der Verlierer gewesen wäre. "Ganz abgesehen davon, dass es ja auch wirklich hätte gefährlich werden können, falls die Täter irgendwelche Waffen bei sich tragen", überlegt der Pfarrer weiter.

Nun kümmert sich die Polizei um den Fall und Everts ist froh, dass nichts aus den Räumen der Tafel geklaut wurde - wobei es da außer Gemüse nicht viel zu holen gegeben hätte, sagt er. Allerdings muss der Schreiner anrücken und die beschädigte Türe reparieren; der Pfarrer schätzt den Schaden auf mindestens 500 Euro.

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