30.04.2020
Finanzen in katholischen Bistümern

Bayerische Bistümer rechnen mit deutlichem Kirchensteuerrückgang

Die katholischen Bistümer in Bayern stellen sich wegen der erwarteten Kirchensteuer-Rückgänge durch die Corona-Krise auf harte Sparkurse ein.
Kirchensteuer

Eine Umfrage der Augsburger Allgemeinen unter den Erzbistümern sowie Bistümern der Freisinger Bischofskonferenz habe ergeben, dass einzelne Diözesen dieses Jahr mit Einnahmerückgängen bei der Kirchensteuer im zweistelligen Millionenbereich rechnen. Zur Freisinger Bischofskonferenz gehört neben den bayerischen Bistümern München, Augsburg, Passau, Regensburg, Eichstätt, Bamberg und Würzburg auch historisch das Bistum Speyer in der Pfalz.

Laut der Zeitung bereite den Bistümern aber nicht nur der erwartete Rückgang bei der Kirchensteuer Sorge. Es gebe beispielsweise durch fehlende Mieteinnahmen in leerstehenden Tagungshäusern teilweise deutliche Einnahmeausfälle. In einigen Bistümern würden nicht ganz unabdingbare Projekte bereits auf folgende Jahr verschoben, andere hatten schon Einstellungsstopps und Etatkürzungen angekündigt. Scharf zurückgewiesen wurde die Forderung des Bestsellerautors Peter Hahne, man sollte für zwei Monate auf die Kirchensteuer verzichten, weil man in der Corona-Krise keine Leistung erbracht habe.

Auch bundesweit rechnen die Bistümer laut einem Sprecher der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK) mit einem Rückgang der Kirchensteuereinnahmen wegen der Corona-Krise. Die Steuer ist die mit Abstand größte Einnahmequelle der Kirchen. Katholiken zahlten im Jahr 2018 ungefähr 6,65 Milliarden Euro an Kirchensteuern, bei den Evangelischen waren es etwa 5,8 Milliarden Euro. Die Kirchensteuer ist direkt an die Einkommenssteuer gekoppelt - und deshalb auch an die wirtschaftliche Lage.

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