16. Mai 2021
Nächstenliebe

Was Nächstenliebe für die bayerische Sozialministerin Carolina Trautner bedeutet

Welche Bedeutung hat Nächstenliebe für Sie - auch als Politikerin? Die bayerische Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) stellt sich im Interview mit sonntagsblatt.de diesen Fragen.

Was bedeutet Nächstenliebe für Sie?

Carolina Trautner: Nächstenliebe ist für mich keine Floskel. Wir begegnen ihr täglich, sie wird von uns allen gelebt und sie erfindet sich immer wieder neu. Für mich bedeutet Nächstenliebe Wertschätzung und Begegnung auf Augenhöhe mit meinem Gegenüber. Manchmal beinhaltet diese Begegnung "nur" ein aktives Zuhören oder ein Wahrnehmen meiner Mitmenschen und ihrer Lebensumstände und manchmal bedeutet Nächstenliebe, dass ich mich kümmere und ganz konkrete Unterstützung anbiete.
Es ist mir immer ein Herzensanliegen, den Fokus auf jene Mitmenschen zu richten, denen es gerade nicht so gut geht, die von anderen vergessen wurden oder die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Besonders wichtig ist mir, stets ein offenes Ohr für die sozialen Sorgen und Nöte der Menschen in Bayern zu haben. 

Welchen Stellenwert spielt die Nächstenliebe in Ihrem Berufsalltag?

Carolina Trautner: Bei meinem Amtseintritt als Bayerische Sozialministerin habe ich "Hinschauen, zuhören, kümmern" zu meinem Motto ausgerufen. Wie ein Kompass begleitet mich dieses Motto seither in meiner täglichen Arbeit, gibt mir Halt und Orientierung, wenn schwierige Entscheidungen anstehen. Mir liegen die Menschen am Herzen! Ob jung oder alt, ob Mann oder Frau, ob mit oder ohne Behinderung, ob arm oder reich, mich bewegen die Schicksale jedes Einzelnen. Dabei ist mir das sorgfältige Abwägen der Belange aller Menschen und Zielgruppen und der verantwortungsvolle Umgang mit politischen Entscheidungen in meiner Arbeit sehr wichtig. Für mich ist das auch eine Form der Nächstenliebe.

Natürlich freue ich mich jedes Mal, wenn mir in meinem Alltag Nächstliebe begegnet, wenn ich beeindruckende Menschen treffe, die Hilfe von Mensch zu Mensch ganz selbstverständlich leisten. Diese Begegnungen stimmen mich zuversichtlich, denn ich weiß, dass Nächstenliebe unserem Leben Sinn verleiht, unser Dasein erfüllt und uns bereichert. Gerade in der Corona Pandemie sind mir unzählige Beispiele von Nächstenliebe begegnet: in der Familien-, Senioren-, Jugend- und Frauenpolitik genauso wie bei den Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt oder in der Obdachlosenhilfe. 

Spielt Nächstenliebe Ihrer Ansicht nach eine Rolle in der Gesellschaft? 

Carolina Trautner: Im Alltag ist es häufig so, dass Nächstenliebe in der Familie und im Freundeskreis keine große Überwindung kostet. Den Menschen, die uns am Herzen liegen, eine Freude zu bereiten, ihnen zuzuhören oder sie zu unterstützen, ist ganz einfach. Da funktioniert Nächstenliebe ohne groß Nachzudenken, fast automatisch. Aber wir alle haben auch erlebt, dass in der Corona-Krise viele Menschen über sich hinausgewachsen sind und sich verstärkt um die Bedürfnisse von "Unbekannten" gekümmert haben. Bei unserer Initiative "Unser Soziales Bayern: Wir helfen zusammen!" konnte Bayern einmal mehr beweisen, dass es ein Vorbild für gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. Das hat mich tief bewegt und beeindruckt.

Lagois Fotowettbewerb zum Thema Nächstenliebe

Dass ein Mensch einem anderen Menschen vorbehaltlos hilft, ist nicht selbstverständlich. In Krisenzeiten aber wachsen viele Menschen über sich hinaus. Das wissen wir nicht erst, seitdem die Covid-19-Pandemie große Teile unseres Alltags bestimmt. Vor allem in der Krise bewährt sich ein ethisches Konzept, das fast alle Religionen und humanistisch geprägte Gesellschaften der Welt kennen – das Konzept der Nächstenliebe.

Der Lagois-Fotowettbewerb 2021 sucht herausragende fotografische Arbeiten zum Thema Nächstenliebe. Eingereicht werden können Bilder und Bildserien, die das Spektrum dieses Themas ausleuchten: Die Nachbarn beispielsweise, die bei den kleinen Dingen des Alltags geholfen haben. Die Freunde, die uns zur Seite stehen und uns helfen. Oder der Versuch, bestehende Feindschaften zu überwinden und Frieden zu schließen. 

Der Wettbewerb umfasst ein Preisgeld und ein Stipendium in Höhe von insgesamt 5.000,- Euro, einen Katalog und eine Wanderausstellung. Der Fotopreis hat zwei Kategorien und richtet sich an Profifotografen sowie Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 27 Jahren. Einsendeschluss für den Fotowettbewerb ist Freitag, 25. Juni 2021. Zudem gibt es ein Stipendium für ein noch zu realisierendes Fotoprojekt. Einsendeschluss für das Stipendium ist Freitag, 30. Mai 2021. 

Mehr Informationen zum Fotowettbewerb finden Sie unter martin-lagois.de

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