Ein Bündnis aus Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften und Wissenschaftlern fordert in einem Brandbrief von den Kanzlerkandidaten und der -kandidatin einen raschen Pflegegipfel. Sobald die neue Regierung gebildet sei, müssten vor allem die drei pflegepolitischen Anliegen Unterstützung der häuslichen Pflege, Neupositionierung der professionellen Pflege sowie eine faire Verteilung der finanziellen Belastung angegangen werden, heißt es in einem Bericht der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). Die Initiatoren des Briefes, zu denen neben der Diakonie weitere Wohlfahrtsverbände, Verdi, der DGB, die Krankenkasse DAK und Wissenschaftler gehören, seien in Sorge, "dass sich die künftige Regierung auf dem Wenigen ausruht, was in der laufenden Legislaturperiode umgesetzt wurde".

Zwar sei die schwarz-rote Regierung nicht komplett untätig gewesen, sagte Diakonie-Vorständin Maria Loheide der Zeitung: "Eine kleine Reparatur hier und ein bisschen Kosmetik dort haben aber längst nicht ausgereicht, die Brisanz aus dem Thema Pflege zu nehmen." Die Personalsituation sei immer noch heftig angespannt: "Der Druck auf die Beschäftigten ist enorm groß". Der Grund dafür sei nicht schlechte Bezahlung, sondern die ständige Unterbesetzung, so Loheide. Stress und körperliche Belastung seien riesengroß, hinzu komme fehlende Planbarkeit. So beginne ein Teufelskreis: Der Druck führe dazu, dass die Mitarbeitenden aus dem Beruf fliehen, was den Personalmangel weiter verschärfe.

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