26.05.2019
Umbau

Sanierung von St. Anna in Augsburg abgeschlossen

Die beiden Höfe von St. Anna sind fertig. Sie sollen die Besucher zum Verweilen einladen. Nach 13 Jahren ist damit die Sanierung von Augsburgs prominentester evangelischer Kirche abgeschlossen. Das freut nicht nur den Pfarrer.
Pfarrer Thomas Hegner am Eingang zum Leuthof von St. Anna in Augsburg
"Ich bin sehr glücklich mit ihrem Charakter und Aussehen": Pfarrer Thomas Hegner am Eingang zum Leuthof von St. Anna. Wie der Lutherhof sei er bewusst schlicht gehalten, meint Hegner.

Mit seiner Konfirmandengruppe hat Thomas Hegner jüngst über die Kirche St. Anna gesprochen. "Ich habe ihnen gesagt: Die meisten von euch sind vor 13 Jahren geboren worden – und genau so lange wird jetzt in und um unsere Kirche gebaut", erzählt der Anna-Pfarrer. Hegner konnte den Jugendlichen aber auch das Ende der langen Bauzeit in Aussicht stellen. Denn am 30. Mai weiht seine Kirchengemeinde die sogenannten Annahöfe ein. Damit sind die zahlreichen Umbau- und Sanierungsprojekte in Augsburgs prominentester evangelischer Kirche abgeschlossen.

"Das ist schon ein tolles Gefühl, zu wissen, dass die Kirchengemeinde das geschultert hat – und zu sehen, was daraus geworden ist", sagt Hegner. Sehen lassen können sich die Annahöfe allemal. Der vom Kreuzgang umschlossene Lutherhof und der an die Annastraße angrenzende Leuthof gehören zur Gesamtanlage der Kirche. Sie waren das letzte Teilstück auf dem langen Weg zur Gesamtsanierung. Mit Bäumen, Sträuchern und Bänken sollen die Höfe künftig die Besucher der Kirche zum Verweilen einladen.

Annahöfe: ein neuer Raum für die Stadt

Beide Höfe habe man bewusst schlicht gehalten, erläutert der Pfarrer. "Das Wichtigste ist die Kirche selbst." Die Höfe sollen St. Anna keine Konkurrenz machen: "Sie sollen schön sein, aber nicht in den Vordergrund drängen." Hegner findet, das sei gut gelungen: "Ich bin sehr glücklich mit ihrem jetzigen Charakter und Aussehen."

Die beiden Annahöfe dienten früher als Friedhöfe für die Mönche des ehemaligen Karmelitenklosters und für die Familien der Stadt. Der Lutherhof war nur für die Mönche zugänglich. Über den Leuthof gelangte die Bevölkerung in die Kirche. Auch künftig soll der Lutherhof der ruhigere der beiden Höfe bleiben. Es gibt zwar eine Tür zum angrenzenden Anna-Café. Dennoch lade der Hof dazu ein, "auf den Bänken die Sonne zu genießen und sich für einen Moment aus dem hektischen Treiben der Stadt herauszunehmen", sagt Hegner.

Förderverein sammelt 200.000 Euro Spenden

Für die Kirchengemeinde sei der Lutherhof der wichtigere der beiden Höfe. Viele Gemeindemitglieder erinnerten sich noch daran, wie dort am sogenannten Taubenbrunnen Taufen stattfanden. "Das könnte auch jetzt wieder passieren", meint der Pfarrer. Der in den 1960er-Jahren vom Bildhauer Joseph Lappe geschaffene Brunnen wurde ebenfalls saniert. Außerdem, so Hegner, könnte man im Lutherhof Konzerte veranstalten – organisiert unter anderem von den "Freunden von St. Anna".

Der Förderverein hat mit seinen Aktionen 200.000 Euro an Spenden für die Sanierung der beiden Annahöfe gesammelt. Das ist fast ein Drittel der Gesamtsumme von 670.000 Euro. Die Spendenbereitschaft für die Höfe war nach Hegners Auskunft sehr groß. Dies liege nicht zuletzt daran, dass mit dem Leuthof "ein ganz neuer Raum für die Stadt entstanden" sei, erklärt der Pfarrer.

Eröffnung der Annahöfe an Himmelfahrt

Der spitz zulaufende Leuthof grenzt an die Annastraße in der Fußgängerzone an. Wie der Lutherhof ist auch der Leuthof künftig immer zu den Öffnungszeiten der Kirche geöffnet. Der hintere Teil könne dabei von Familien genutzt werden, die in der Kirche Taufe oder Hochzeit feiern, meint Hegner. Der vordere Teil lade Passanten dazu ein, sich auf den Holzbänken auszuruhen. Der offene Leuthof integriere damit die Kirche stärker in die Stadt, glaubt der Pfarrer: "Wie gut das funktioniert, werden wir in den nächsten Monaten sehen."

Einen ersten Test für die Funktionsweise wird es bei der Eröffnung der beiden Höfe an Christi Himmelfahrt geben. Nach dem Gottesdienst in der Kirche geben Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Augsburg im Lutherhof und im Leuthof zwei Konzerte. Und es werde natürlich gefeiert, meint Hegner: "Dass die Höfe nun keine Baustellen mehr sind, sondern echte Rückzugsorte." Aber auch, dass man damit einen Schlusspunkt unter die Sanierung setze. "Und", fügt er lächelnd hinzu: "Dass wir uns nun auch wieder anderen Dingen widmen können als Bau-Themen."

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