11.03.2018
Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Was zur Woche der Brüderlichkeit in Ansbach los ist

Am 12. März startet die Woche der Brüderlichkeit unter dem bundesweiten Motto "Angst überwinden – Brücken bauen". Die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit haben ein umfangreiches Programm mit vielen Veranstaltungen organisiert. Auch in Ansbach ist einiges geboten.
Alexander Biernoth, Bernhard Meier-Hüttel, Norbert Boehnki (untere Reihe v. l.) und Johannes Wachowski sowie Renate Weinmann von der Stadt Ansbach arbeiten geschwisterlich bei der Woche der Brüderlichkeit zusammen
Alexander Biernoth, Bernhard Meier-Hüttel, Norbert Boehnki (untere Reihe v. l.) und Johannes Wachowski sowie Renate Weinmann von der Stadt Ansbach arbeiten geschwisterlich bei der Woche der Brüderlichkeit zusammen.

Peter Maffay bekommt am 11. März 2018 in Recklinghausen für sein Eintreten gegen antisemitische und rassistische Tendenzen die Buber-Rosenzweig-Medaille. In Ansbach eröffnet der ehemalige Landesbischof Johannes Friedrich die Woche der Brüderlichkeit am Montag mit einem Vortrag zum Jahresmotto im Kulturzentrum Karlsplatz. "Es war schon lange mein Wunsch, Johannes Friedrich für die Woche der Brüderlichkeit zu gewinnen, da er ein großer Brückenbauer ist", freut sich der evangelische Pfarrer und Koordinator des Initiativkreises zur Aktionswoche, Johannes Wachowski. Er selbst studierte zwei Jahre lang in Jerusalem. In dieser Zeit lernte er Friedrich kennen, der von Mitte der 1980er- bis Anfang der 1990er- Jahre dort als Probst tätig war.

Vor rund zwei Jahren überraschte eine Gruppe orthodoxer Rabbiner mit einer neuen Sicht auf das Christentum. Der Titel ihres Papiers lautet: "Den Willen unseres Vaters im Himmel tun: Hin zu einer Partnerschaft mit Christen". Rabbiner Jehoschua Ahrens aus Darmstadt ist einer der Autoren. Am Dienstagabend spricht er im Gemeindezentrum St. Gumbertus über die Hintergründe der Erklärung und über die Reaktionen darauf – "eine weltweit neue Lage zwischen Juden und Christen und ein neues Verständnis", so Wachowski. Anschließend stellt sich der Rabbiner der Diskussion. Die Veranstaltung ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Evangelischen Bildungswerk und dem Institut für christlich-jüdische Studien und Beziehungen an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau.

Woche der Brüderlichkeit zeigt Vielfalt des Judentums

"Judentum darf man nicht als etwas Starres sehen", erklärt Norbert Boehnki, Geschäftsführer der Katholischen Erwachsenenbildung in Ansbach, die den Donnerstagabend ausrichtet. Prof. Susanne Talabardon vom Institut für Judaistik der Universität Bamberg zeigt im Stadthaus die Vielfalt des Judentums und benennt die Unterscheidungsmerkmale.

Eine Exkursion führt nach Unterfranken, in Ansbach führt Alexander Biernoth, Vorsitzender des Frankenbunds, am 17. März ab 10 Uhr durch die Synagoge in Ansbach. Und einen Tag später geht es um 11.15 Uhr über den jüdischen Friedhof. Treffpunkt ist der Eingang am Josef-Fruth-Platz. Männliche Teilnehmer bittet Biernoth, eine Kopfbedeckung zu tragen. "Die beiden historischen Schmuckstücke, Friedhof und Synagoge, müssen bei der Woche der Brüderlichkeit einfach mit eingebunden sein", erklärt der Vorsitzende. Schulklassen können während der gesamten Woche die Synagoge besichtigen.

In diesem Jahr fehlen bei der Veranstaltungsreihe Filmvorführungen und auch Musik, sagt Johannes Wachowski. Doch im kommenden Jahr gibt es eine Vielzahl an Aktivitäten, denn dann ist Nürnberg Gastgeber für die zentrale Eröffnungsfeier. Alle Veranstaltungen, sofern nicht anders angegeben, beginnen um 19.30 Uhr.

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