Rechtsextremismus
Das "Bayerische Bündnis für Toleranz" sorgt sich anlässlich des 5. Jahrestags des Anschlags in München um weitere Nachahmer des Anschlags von 2011 in Utoya und Oslo – und stellt klare Forderungen, was getan werden muss.
Ein Polizeiwagen

Das "Bayerische Bündnis für Toleranz" hat mit Blick auf den fünften Jahrestag des rechtsextrem motivierten Amoklaufs im Münchner Olympia-Einkaufszentrum OEZ an diesem Donnerstag (22. Juli) vor neuem rechtsextremen Terrorismus gewarnt. Man begrüße, dass die Stadt München und der Freistaat "umfassend dieser Tat, den neun Toten und der vielen Verletzten" gedenken, teilte das Bündnis am Mittwoch in Bad Alexandersbad mit.

Nachahmung des Amoklaufs von Utoya

Der Tag des OEZ-Attentats sei nicht zufällig gewählt gewesen - exakt fünf Jahre vor dem Anschlag, also vor inzwischen zehn Jahren, habe der Rechtsextremist Anders Behring Breivik auf der Insel Utoya bei Oslo 77 Menschen kaltblütig ermordet. Mit dem 22. Juli 2011 sei damit "ein neuer rechtsextremer Tätertyp in Erscheinung getreten", teilte das Bündnis weiter mit. Breiviks Tat habe erschreckend viele Nachahmer gefunden, beispielsweise auch in Halle und Hanau.

Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der auch Bündnis-Sprecher ist, sagte, man verfolge diese Entwicklung als Toleranz-Bündnis "mit großer Aufmerksamkeit und großer Sorge". Nach dem Attentat von Halle habe man deshalb bayernweit Menschenketten um Synagogen organisiert. "Als Gesellschaft müssen wir alles Menschenmögliche tun, um den ideologischen Nährboden, auf dem solche terroristischen Gewalttaten wachsen, auszutrocknen."

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