5.11.2020
Lesepreis 2020

Deutscher Lesepreis 2020: Das sind die Erstplazierten

Die Mainzer Stiftung Lesen und die Frankfurter Commerzbank-Stiftung haben am Mittwoch den Deutschen Lesepreis 2020 verliehen. 16 Personen und Einrichtungen wurden ausgezeichnet. Wer die ersten Preise erhielt, erfahren Sie hier.
Bücherregal Lampe Bildung
Bücher werden immer mehr ersetzt durch digitale Angebote.

Die Mainzer Stiftung Lesen und die Frankfurter Commerzbank-Stiftung haben am Mittwoch den Deutschen Lesepreis 2020 verliehen.

Die mit insgesamt 25.000 Euro verbundenen Auszeichnungen gingen an 16 Personen und Einrichtungen aus Berlin, Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, wie die beiden Stiftungen mitteilten.

Preis für prominentes Engagement an Annette Frier

Den mit 2.500 Euro dotierten Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung für prominentes Engagement erhielt die Schauspielerin und Komikerin Annette Frier.

Die 46-jährige Kölnerin beteilige sich seit 2012 regelmäßig mit Aufrufen und Besuchen in Kitas und Schulen am bundesweiten Vorlesetag und setze sich "mit ihrer empathischen und kreativen Art" für das Lesen und Vorlesen ein, lobte die Jury.

Weitere erste Preise

Zwei erste Preise (jeweils 2.000 Euro) gingen nach Hessen. In der Kategorie "Herausragendes kommunales Engagement" siegte die Initiative "Wetzlar liest - von Anfang an und überall".

Gemeinsam mit vielen Partnern und Unterstützern entwickele und organisiere die Initiative einen Medienkatalog, Buchspenden und Fortbildungen, um Menschen in der Region für das Lesen zu begeistern, heißt es in der Begründung der Jury. 

In der Kategorie "Herausragende Sprach- und Leseförderung in Kitas" belegte die Kindertagesstätte Meißnerweg in Darmstadt den ersten Platz. Dort gebe es etwa eine eigene Bibliothek, Büchertauschkisten und Lesehöhlen.

Erste Preise (jeweils 2.000 Euro) gingen auch an die Sport-Grundschule Passau-Grubweg für besondere Aktionen wie das "Trampolin-Silbenspringen" sowie an die Autorin und Journalistin Tanja Kasischke aus Berlin, die durch Schulen in der Region tourt, um Kinder- und Jugendbücher vorzustellen.

"Mulingula"- "Leseförderung mit neuen Medien"

In der Kategorie "Leseförderung mit neuen Medien" gewann das Projekt "Mulingula" im westfälischen Münster. Auf der Website www.mulingula-praxis.de finden Kinder Geschichten, Fabeln, Märchen und Gedichte in insgesamt sieben Sprachen, vorgelesen und inszeniert in kleinen Video-Clips.

Darüber hinaus wurden in jeder Kategorie auch zweite (1.500 Euro) und dritte Preise (1.000 Euro) vergeben.

Bedeutung des Lesens

Die Schirmfrau des Lesepreises, Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), lobte bei der digitalen Preisverleihung die innovativen Projekte zur Leseförderung: "Die vergangenen Monate haben uns einmal mehr vor Augen geführt, wie wichtig Lesen als Wissensquelle und Seelentröster ist."

Die zeitlose Qualität und Bedeutung des Mediums Buch zeige sich gerade in schwierigen Zeiten.

Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, äußerte Bedauern darüber, dass noch immer zu wenige Kinder vorgelesen bekämen. Dadurch hätten sie mitunter Schwierigkeiten beim späteren Lesenlernen.

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