München (epd). Die ADAC Stiftung hat eine bessere Unterstützung von Ersthelfenden bei Reanimationen gefordert. Viele Menschen äußerten die Sorge, durch falsche Maßnahmen einem Menschen in Not zusätzlich zu schaden, erklärte die Stiftung am Sonntag anlässlich der "Woche der Wiederbelebung" vom 21. bis 27. September. Eine telefonische Anleitung durch die Rettungsleitstelle könne hier helfen. Bislang werde diese Unterstützung in Deutschland jedoch nicht flächendeckend angeboten.
Mit der Aussicht auf eine telefonische Anleitung durch die Leitstelle steige die Reanimationsbereitschaft der Befragten von 64 auf 83 Prozent, hieß es weiter. Leben retten könnten laut ADAC Stiftung im Notfall auch app-basierte Ersthelfer-Netzwerke. Gehe bei einer Leitstelle ein Notruf ein, alarmiere sie neben dem Rettungsdienst über eine App auch Ersthelfende in unmittelbarer Nähe des Einsatzortes.
Ersthelfer-Netzwerke
Nach Angaben der Betreiber dieser Alarmierungssysteme gelinge es, innerhalb von durchschnittlich vier Minuten einen Ersthelfenden am Notfallort zu haben, so die ADAC Stiftung. Die Netzwerke hätten demnach das Potenzial, die Zeit bis zum Beginn der Wiederbelebung fast zu halbieren. Auf das Eintreffen professioneller Rettungskräfte müssten Patienten durchschnittlich sieben Minuten warten, im ländlichen Raum teilweise erheblich länger. Diese Ersthelfer-Netzwerke seien allerdings noch relativ unbekannt.
Mit der "Woche der Wiederbelebung" wollen Fachorganisationen der Notfallmedizin auf das Thema aufmerksam machen. Die Aktionswoche soll Ängste abbauen und ermutigen, bei einem plötzlichen Herzstillstand als Ersthelfende einzugreifen.