Neuenmarkt (epd). Eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung und eine Förderstätte arbeiten im oberfränkischen Neuenmarkt künftig unter einem gemeinsamen Dach: "Teilhabe bedeutet, dass jeder seinen eigenen Weg gehen kann", sagte Manuela Füller vom Vorstand des evangelischen Sozialunternehmens Diakoneo bei der Einweihung am Dienstag. Die "Integrierte Arbeitslandschaft" biete 250 Werkstattplätze sowie 48 Ganztags- oder 96 Halbtagsplätze in der Förderstätte, teilte Diakoneo mit.

Während Werkstätten auf berufliche Bildung und Beschäftigung ausgerichtet sind, bieten Förderstätten individuelle Förderung und Pflege für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf. Durch die Nachbarschaft beider Bereiche sollen Übergänge flexibler gestaltet werden. Verändert sich der persönliche Bedarf, soll ein unkomplizierter Wechsel zwischen beiden Einrichtungen möglich sein. Das Angebot richte sich an Menschen aus den Landkreisen Kulmbach, Bayreuth und Hof sowie aus Teilen des Landkreises Wunsiedel.

Wege auf den allgemeinen Arbeitsmarkt

Für Einrichtungsleiterin Katrin Medick steht die Durchlässigkeit des Systems im Mittelpunkt. Ein wichtiger Baustein seien Außenarbeitsplätze bei regionalen Unternehmen, bei denen Beschäftigte schrittweise in Teams des ersten Arbeitsmarkts mitwirken könnten. Ziel sei es, die Fähigkeiten jedes Einzelnen zu stärken und Entwicklungschancen zu eröffnen.

Der Holzneubau mit rund 6.440 Quadratmetern Raumfläche ersetzt den bisherigen Standort in Himmelkron, der an bauliche Grenzen gestoßen war. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 36 Millionen Euro. An der Finanzierung beteiligten sich unter anderem das Zentrum Bayern für Familie und Soziales, die Oberfrankenstiftung und der Bezirk Oberfranken.