Nürnberg (epd). Die Diakonie Bayern ruft dazu auf, sich vom 12. bis 18. Oktober an ihrer Spendenaktion für die Wohnungsnotfallhilfe zu beteiligen. Wohnungsnot und Obdachlosigkeit seien kein gesellschaftliches Randphänomen mehr, sondern beträfen zunehmend mehr Familien und junge Menschen, teilte der Wohlfahrtsverband am Donnerstag mit.

Nach Angaben der Diakonie sind die Ursachen für Wohnungsnot vielfältig. In vielen Regionen Bayerns fehlt demnach bezahlbarer Wohnraum. Steigende Mieten und Lebenshaltungskosten verschärfen die Situation. Auch Trennung, Krankheit, der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine Eigenbedarfskündigung könnten dazu führen, dass Menschen ihre Wohnung verlören, heißt es in der Mitteilung. Zunehmend gerieten dabei auch Familien und Haushalte mit mittlerem Einkommen unter Druck. "Wohnungslosigkeit ist längst kein Randphänomen", sagte Sabine Weingärtner, Präsidentin der Diakonie Bayern, laut Mitteilung. Besonders bedrückend sei, wie viele Kinder und Jugendliche betroffen seien, die keinen verlässlichen Ort zum Leben hätten.

Tausende Jugendliche ohne ein Zuhause

Das gesammelte Geld solle dazu beitragen, die Beratungs- und Unterstützungsangebote zu stärken und Menschen in akuten Notlagen zu begleiten, teilte der Verband mit. Wohnungslosigkeit lasse sich am besten verhindern, bevor sie entstehe. Dafür brauche es frühzeitig erreichbare Hilfsangebote und ausreichend bezahlbaren Wohnraum.

Mehr als 40.000 Menschen waren in Bayern zum Stichtag 31. Januar 2026 wegen Wohnungslosigkeit untergebracht. Knapp 10.000 von ihnen waren minderjährig. Insgesamt waren rund 14.000 der Betroffenen jünger als 25 Jahre.