München (epd). Angesichts niedriger Altersrenten in Bayern drängt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Bayern auf Reformen der Alterssicherung. Anlass sei der heute vorgestellte Schlussbericht der DGB-Rentenkommission, teilte die Arbeitnehmervertretung am Mittwoch mit. Der DGB Bayern fordert vor allem, dass künftig alle Beschäftigten Anspruch auf eine Betriebsrente haben.
Laut DGB erhielten Frauen in Bayern, die 2025 neu in Altersrente gingen, durchschnittlich 989 Euro im Monat. Bei Männern waren es 1.449 Euro. Die durchschnittliche Rente von Frauen lag damit deutlich unter der Armutsgefährdungsschwelle für Alleinlebende von 1.446 Euro monatlich. Auch die Renten von Männern lagen nur knapp darüber. "Diese Zahlen sind ein sozialpolitisches Alarmsignal", sagte der Vorsitzende des DGB Bayern, Bernhard Stiedl. Wer jahrzehntelang gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt habe, dürfe im Alter nicht in die Armut abrutschen.
Betriebsrente für alle gefordert
Konkret fordert der DGB, alle Arbeitgeber zu verpflichten, ihren Beschäftigten eine Betriebsrente auf tariflicher Grundlage anzubieten und sich verbindlich an deren Finanzierung zu beteiligen. Bislang sei die betriebliche Altersversorgung ungleich verteilt. Besonders in Branchen mit vielen Frauen, etwa im Einzelhandel, Gastgewerbe und in sozialen Dienstleistungen, fehle häufig eine zusätzliche Absicherung. Die Betriebsrente müsse die gesetzliche Rente ergänzen, dürfe sie aber nicht ersetzen, betonte Stiedl. Zugleich lehnt der DGB Bayern eine Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren sowie eine weitere Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters ab.
Die Rentenkommission hatte vorgeschlagen, das gesetzliche Rentenniveau zunächst auf 50 Prozent und langfristig auf 53 Prozent anzuheben. Zusammen mit einer flächendeckenden betrieblichen Altersversorgung solle die Gesamtversorgung im Alter mindestens 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens erreichen.