Nürnberg (epd). Der Nürnberger Kabarettist Oliver Tissot spendet zum Internationalen Tag der Obdachlosen am 10. Oktober einer Person ohne Zuhause ein "Minimum-Mobil". Der regenfeste Handwagen sei gefüllt mit Dingen, die unterwegs praktisch und hilfreich wären, teilte der Künstler am Donnerstag mit. In dem Wagen wären unter anderem eine Taschenlampe, ein älteres iPhone, Schlafsack, Isomatte, Schaffell, Batterien, Spielkarten, Bücher, Regenschirm, Energie-Riegel und mehr. Der Beschenkte könne aber noch mitentscheiden, was er davon wirklich bräuchte, sagte Tissot gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd).
"Mit einem Minimum an Dingen, die das Leben draußen leichter machen, möchte ich jemandem helfen, der kein Dach über dem Kopf hat. Es ist mir als Comedian wichtig, Clochards nicht im Regen stehen zu lassen", erklärte der Kabarettist, der einem breiten Publikum durch seine Auftritte als Wortakrobat in der Sendung "Fastnacht in Franken" bekannt ist. Solidarität sei gerade dann wichtig, wenn Obdachlose immer mehr Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt wären, betonte der studierte Soziologe. Mit seiner Geste wolle er zeigen: Wir vergessen euch nicht.”
Aktion soll andere inspirieren
Für Tissot ist sein 'Minimum-Mobil‘ mehr als eine Spende von Gegenständen. "Es soll helfen, persönliche Dinge sicher zu verwahren und nachts warm schlafen zu können, bei Dunkelheit Licht zu haben, bei Regen trocken zu bleiben und zwischendurch mal lesen oder eine Runde Karten spielen zu können", erklärte der Künstler. Er wolle mit seiner Aktion außerdem andere Menschen inspirieren, Ähnliches zu tun. "Viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern," erklärte Tissot.
Der Handwagen solle nun an eine Person übergeben werden, die von der Nürnberger Obdachlosen-Initiative "Straßenkreuzer" vermittelt wird. Damit solle sichergestellt werden, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie wirklich nötig und nicht nur gut gemeint sei, sagte Tissot. Er würde die Spende auch gerne selbst überreichen, wolle diese Entscheidung aber dem Beschenkten überlassen.