Tutzing (epd). Die Schriftstellerin Katerina Poladjan erhält den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis 2026 der Evangelischen Akademie Tutzing. Die in Moskau geborene und heute in Berlin lebende Autorin schreibt Theatertexte und Essays und wird für ihr bisheriges Gesamtwerk ausgezeichnet, teilte die Evangelische Akademie am Dienstag mit. Im Fokus der Auszeichnung stehe ihr 2025 erschienener Roman "Goldstrand". Die Verleihung des mit 5.000 Euro dotierten Preises soll während einer Literaturtagung, die sich dem Werk von Poladjan widmet, vom 29. bis 31. Mai 2026 in Tutzing stattfinden.

"Goldstrand" nehme Bezug auf einen ehemaligen Sehnsuchtsort am Schwarzen Meer und überzeuge "mit einer raffinierten Erzählweise und einer in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur einzigartigen Bildsprache", heißt es in der Begründung der Jury. "Mittels einer an der Filmkunst geschulten Ästhetik des Schnitts und einer Erzählungsweise der extremen Verknappung" entwerfe Poladjan "ein breit gefächertes, europaoffenes Handlungsgeflecht voller Verluste und Aufbrüche in eine Gegenwart, in der Hoffnung und Utopie noch das Sagen haben".

Ilse Aichinger, Sibylle Lewitscharoff und Lutz Seiler sind bisherige Preisträger

Der Marie-Luise-Kaschnitz-Preis wurde 1984 anlässlich des zehnten Todestages der Schriftstellerin ins Leben gerufen und wird alle zwei Jahre verliehen. Bisherige Preisträger waren unter anderem Ilse Aichinger, Pascal Mercier, Sibylle Lewitscharoff, Mirko Bonné, Michael Köhlmeier, Angelika Klüssendorf, Lutz Seiler, Iris Wolff und Anja Kampmann.