Regensburg (epd). Nach anhaltender Kritik am Vereinsvorsitzenden und mehreren juristischen Auseinandersetzungen steht der kirchennahe Förderverein Dreieinigkeitskirche und St. Oswald-Kirche Regensburg vor einer ungewissen Zukunft. Einer Rücktrittsaufforderung sei der Vorsitzende, der emeritierte Kunstprofessor Hans-Christoph Dittscheid, bislang nicht nachgekommen, sagte Vereinssprecher Ulrich Landskron dem Evangelischen Pressedienst (epd). Landskron hatte Dittscheid nach eigenen Angaben im August in seiner Funktion als Schriftführer und Schatzmeister zum Rücktritt aufgefordert, "um weiteren Schaden vom Förderverein fernzuhalten".
In dem Schreiben, das dem epd vorliegt, begründet Landskron seine Aufforderung unter anderem mit den Auseinandersetzungen um Äußerungen des Vorsitzenden. "Das beschämende Niveau von Beleidigungsvorwürfen hat ja einen Urheber: Herrn Prof. Dr. Hans-Christoph Dittscheid", heißt es darin.
Auch Dekan in Rechtsstreit involviert
Seit Monaten gibt es Konflikte zwischen der Kirchengemeinde und dem Förderverein. Auch der Regensburger evangelische Dekan Jörg Breu ist in die Auseinandersetzungen involviert. Er hat den Förderverein auf Schadensersatz verklagt. Nach Angaben aus dem Verein geht es dabei um die Frage, ob der Förderverein für Äußerungen seines Vorsitzenden haftet und Rechtsanwaltskosten für ein Schreiben übernehmen muss, in dem dem Vorsitzenden aus Breus Sicht beleidigende Äußerungen und unwahre Tatsachenbehauptungen untersagt werden sollen.
Auch die Kirchengemeinde selbst geht juristisch gegen den Förderverein vor. Der geschäftsführende Pfarrer hat beim Landgericht Regensburg eine Unterlassungsklage eingereicht. Dem Verein soll demnach untersagt werden, die Bezeichnungen "Dreieinigkeitskirche" und/oder "St. Oswald-Kirche" zu verwenden. Ein Verhandlungstermin ist für Mitte Dezember angesetzt.
Personeller Umbruch
Die Auseinandersetzungen wirken sich nach Angaben des Vereins auch auf dessen Mitgliederbestand und Vorstand aus. Einige Mitglieder hätten ihre Mitgliedschaft gekündigt. Für die anstehenden Vorstandswahlen habe die zweite Vorsitzende zudem angekündigt, nicht erneut für das Amt zur Verfügung zu stehen. Nach Angaben Landskrons ist die weitere Existenz des Fördervereins gefährdet.