München (epd). Kardinal Reinhard Marx hat eine Lanze für den Synodalen Weg gebrochen. Die zentrale Frage für die Kirche sei, wie sie "einen Weg in die Zukunft finden kann, bei dem alle im Boot bleiben", sagte Marx laut Pressemitteilung am Freitagabend bei einer Fachtagung in der Katholischen Akademie Bayern. Aus seiner Sicht könne sich Synodalität, also das Miteinander aller Getauften, nur "vom Volk her weiterentwickeln", sagte der Erzbischof von München und Freising. Anlass für die Tagung war der 30. Jahrestag von Marx' Bischofsweihe.
Der Kardinal warnte vor "einem monolithischen Weg, bei dem die Kirche nur in sich selbst nach einer Lösung sucht und sich selbst den Weg weist, bei dem wir nur Enzykliken und Theologen zitieren". Eine synodale Haltung bedeute nach seiner Ansicht, auch bei Differenzen daran festzuhalten, dass man an einer gemeinsamen Aufgabe arbeite: "Wir dürfen Synodalität nicht als Machtkampf sehen, sondern als Weg, besser Kirche zu sein", betonte Marx.