München (epd). Zwölf Meter hoch, 40 Tonnen schwer, bestückt mit 6006 Pfeifen: Die größte Konzertsaalorgel Münchens zieht aus dem Gasteig aus. Vor der 2027 beginnenden Sanierung des Kulturzentrums müsse das komplette Gebäude leer geräumt sein, teilte die Gasteig München GmbH am Donnerstag mit. "Auch die Orgel in der Philharmonie wird abgebaut und eingelagert", so die Pressemitteilung. Das Instrument des Bonner Orgelbauers Hans Gerd Klais wurde 1985 bei einem Eröffnungskonzert mit Sergiu Celibidache (1912-1996) eingeweiht. Den Ausbau übernimmt Philipp Klais, Geschäftsführer der Firma Johannes Klais Orgelbau.
Das sei eine große Herausforderung, sagte Klais laut Mitteilung: "Eine Orgel zieht in der Regel nicht um." Alle zugehörigen Teile eines so großen Instruments wie Spieltische, mehrere Kilometer Verbindungsleisten und sämtliche Pfeifen erst aus- und später wieder einzubauen, komme nur selten vor. Bei der Einlagerung für mehrere Jahre müssten die Klimabedingungen überwacht werden, um Schimmelbildung und Schädlingsbefall zu verhindern.
Angepasste Orgel für neuen Raum
Im Rahmen der mit 710 Millionen Euro veranschlagten Gasteig-Sanierung werde auch die Orgel modizifiert. "Eine Orgel wird stets für einen bestimmten Raum gebaut. Wenn sich der Raum verändert, muss sich auch das Instrument ändern, um ihn wieder ideal mit Klang zu füllen", erläuterte Klais. Die Wiedereröffnung des Neuen Gasteigs ist laut Homepage für Silvester 2034 geplant.