Regensburg (epd). Theater darf seinem Publikum nach Ansicht des Regensburger Staatstheater-Intendanten Sebastian Ritschel nicht nur gefallen. Es könne zum Lachen bringen, traurig machen, ärgern oder verführen - "manchmal muss es auch eine Zumutung sein", sagte Ritschel dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dazu brauche Theater vor allem Freiheit: "Kunstfreiheit ist unser wichtigstes Arbeitsmittel." Theater müsse Fragen so stellen, dass man ihnen nicht mehr ausweichen kann. Kultur dürfe nie "egal oder belanglos" sein.

Zum Auftakt der ersten Staatstheater-Spielzeit inszeniert Ritschel Karol Szymanowskis Oper "Krol Roger". Im Zentrum stehen Fragen nach Freiheit, Identität und der Rolle, die ein Mensch für sich selbst bestimmt. In der neuen Spielzeit könnte das Regensburger Theater seinen Ruf weiter ausbauen. In der vergangenen Spielzeit wurde es beim "Oper! Award" als bestes Opernhaus 2025 ausgezeichnet. Außerdem steht das Staatstheater aktuell sechsmal auf der Gesamtgewinner-Liste des Fachmagazins "Die Deutsche Bühne".

Über 181.000 Besucher und neue Formate

Sebastian Ritschel ist seit fünf Jahren Intendant in Regensburg. Eine besondere Rolle spielen für ihn Ur- und Erstaufführungen. Produktionen wie "Come From Away", "Valuschka" und "The Shining" sorgten überregional für Aufmerksamkeit. Auch die Besucherzahlen entwickelten sich positiv, erläuterte er: Mehr als 181.000 Gäste kamen in der vergangenen Saison. Zugleich sind Produktionen des Hauses auch international gefragt: Die Oper in Göteborg übernimmt die Regensburger Inszenierung von "1984", Premiere ist Ende Oktober.

Mit niedrigschwelligen Angeboten will das Haus weitere Publikumsschichten erreichen. Dazu gehören das Community Theater und das Balkonsingen auf dem Theatervorplatz. "Kein Eintritt, keine Kleiderordnung, mit der Möglichkeit, jederzeit zu gehen", beschreibt Ritschel das Konzept.