München (epd). Die 15 Second-Stage-Modell-Projekte für gewaltbetroffene Frauen in Bayern zeigen Wirkung: 74 Prozent der Frauen, die nach einem Aufenthalt in einem Frauenhaus in ein Second-Stage-Projekt wechselten, konnten danach in eine eigene Wohnung vermittelt werden, teilte das bayerische Familienministerium am Donnerstag auf epd-Anfrage mit. In den Second-Stage-Projekten können von häuslicher Gewalt betroffene Frauen dann unterkommen, wenn sie den Schutz eines Frauenhauses nicht mehr benötige. Sie werden psychosozial beraten und bei der Wohnungssuche unterstützt.

Die Unterstützung und Betreuung in der Phase, in der Frauen sich eine eigenständige Existenz aufbauen, verhindere einen sogenannten "Drehtüreffekt", so eine Sprecherin. Frauen seien so nicht gezwungen, zum gewalttätigen Partner zurückzukehren, weil sie keine bezahlbare Wohnung finden. Weil Frauen außerdem weniger lang im Frauenhaus wohnten, wenn sie bei Second-Stage-Projekten Hilfe bekommen, stünden anderen Frauen mit ihren Kindern in akuten Notsituationen mehr Plätze zur Verfügung.

Familienministerin Carolina Trautner (CSU) hatte in dieser Woche angekündigt, dass die Second-Stage-Modellprojekte bis Ende des Jahres 2022 verlängert würden. Die Umsetzung der Projekte sei zwar auch im Jahr 2021 stark durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt gewesen. "Dennoch sind die bisher vorliegenden Ergebnisse durchaus positiv und erfolgsversprechend", sagte Trautner.

In den 15 bayerischen Second-Stage-Projekten können maximal 60 Frauen gleichzeitig betreut werden, so das Ministerium. Bis zum Jahresende 2020 hätten 132 Frauen das Angebot genutzt. Sie hatten mindestens 180 Kinder. Zwei Unterkünfte machten keine Angaben zur Kinderzahl, so die Sprecherin.

Die Modellprojekte seien seit Beginn der Modellphase im Jahr 2020 bis zum 30. Juni 2021 mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert worden. Die Fördersumme für das zweite Halbjahr 2021 stehe noch nicht fest.

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