Erlangen (epd). Zum Welttag des Sehens am 8. Oktober macht der Erlanger Verein "Ein Dollar Brille" auf den dramatischen Mangel an augenoptischer Versorgung in Ländern des Globalen Südens aufmerksam. 950 Millionen Menschen weltweit können sich eine herkömmliche Brille nicht leisten und haben oft keinen Zugang zu augenoptischer Versorgung, teilte der Verein am Donnerstag mit. Dabei sei gutes Sehen eine zentrale und dauerhafte Voraussetzung für Bildung, Arbeit und wirtschaftliche Entwicklung.
Behebbare Fehlsichtigkeit verursache einen Produktivitätsverlust für die Weltwirtschaft in Höhe von 447 Milliarden US-Dollar, hieß es. Gleichzeitig hätten in keinem Bereich des Gesundheitswesens Investitionen eine derartig nachhaltige Wirkung wie in der Augengesundheit: Pro eingesetztem US-Dollar liege der Return on Invest bei 28 US-Dollar. Die Organisation "Ein Dollar Brille" biete daher bedürftigen Menschen bezahlbare und hochwertige Brillen an und schaffe in elf Programmländern Strukturen für eine augenoptische Grundversorgung.
Ausbildung von Fachkräften vor Ort
Ein weiteres zentrales Arbeitsfeld sei die Ausbildung lokaler Fachkräfte für die Herstellung der Brillen sowie die Untersuchung der Fehlsichtigen. So begegne der Verein dem gravierenden Fachkräftemangel, hieß es. Während es in Deutschland 96 Augenärzte und -ärztinnen pro einer Million Einwohner gebe, seien es etwa in Indien 18 und im südostafrikanischen Malawi nur einer. Um die Versorgung zu verbessern, arbeite die Erlanger Organisation mit lokalen Behörden und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen.
Der Welttag des Sehens findet jährlich am zweiten Donnerstag im Oktober statt. Ziel des Aktionstags ist es der Mitteilung zufolge, weltweit Aufmerksamkeit für die Bedeutung von Augengesundheit zu schaffen und daran zu erinnern, dass ein Großteil aller Sehbeeinträchtigungen vermeidbar oder behandelbar wäre, wenn der Zugang zu einfachen Lösungen, wie Sehtests und Brillen, überall gegeben wäre.