Wer verliebt ist, ein großes Ziel erreicht hat oder vor Freude überströmt ist, schwebt, wie man so sagt, "im siebten Himmel” oder "auf Wolke sieben”.

Beide Redewendungen stehen für einen Zustand reiner Glückseligkeit.

Doch woher kommt diese Zahlensymbolik eigentlich, und warum sprechen die Engländer von seventh heaven, aber gleichzeitig von cloud nine?

Aristoteles und die Himmelskugeln

Die Wurzeln dieser Redewendung reichen weit zurück in die griechische Antike. Der Philosoph Aristoteles vertrat die Vorstellung, dass der Himmel aus sieben durchsichtigen Sphären bestehe. In jeder dieser Schalen bewegt sich ein Planet: Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter und Saturn.

Hinter Saturn, dem "Hüter der Schwelle”, begann das Reich des Unsichtbaren, der Träume und der reinen Geistigkeit. Der siebte Himmel, das sogenannte Empyreum, galt als Ort der Vollendung und des Lichts.

Jüdische Tradition: Der siebte Himmel als Ort der Gerechtigkeit

Auch im Judentum spielt die Zahl sieben eine zentrale Rolle. So finden sich im Talmud detaillierte Beschreibungen von sieben Himmeln, die einander überlagern.

Der oberste Himmel trägt den Namen "Araboth – Gewölk”. Dort sollen die Seelen der Gerechten sowie die Schätze des Friedens und Segens verwahrt sein. In der rabbinischen Vorstellung ist dies somit der höchste Ort göttlicher Nähe.

Christentum: Ein dritter Himmel statt sieben

Das Neue Testament kennt das Bild der sieben Himmel nicht. Zwar gilt der Himmel als Wohnstätte Gottes, was besonders anschaulich im Johannesevangelium mit dem Bild von den vielen Wohnungen im Haus des Vaters dargestellt wird.

Doch Paulus spricht im 2. Korintherbrief lediglich von einem "dritten Himmel”. Die Zahlensymbolik bleibt also hier deutlich reduziert.

Islam: Sieben Himmel im Koran

Im Islam ist die Vorstellung von den sieben Himmeln fest verankert. Mehrfach nimmt der Koran Bezug auf sie und knüpft damit an ältere jüdische Traditionen an.

Die Idee verbreitete sich so weit über den arabischen Sprach- und Kulturraum hinaus.

Wolke sieben oder Wolke neun?

Während wir im Deutschen "auf Wolke sieben schweben”, heißt es im Englischen "cloud nine” (Wolke neun). Ursprünglich bezog sich die Redewendung ebenfalls auf die himmlische Sphärenlehre.

Warum es ausgerechnet die Zahl neun ist, ist historisch nicht eindeutig geklärt. Zumal es die Formulierung "seventh heaven" (siebter Himmel) parallel auch gibt. Sicher ist nur: Ob Wolke sieben oder neun, gemeint ist immer ein Zustand ekstatischer Freude.

Jahrtausendealtes Bild

Die Redewendungen "vom siebten Himmel" und "auf Wolke sieben schweben"  spiegeln uralte religiöse und philosophische Vorstellungen wider, die sich von der griechischen Kosmologie über jüdische und islamische Traditionen bis hin zu christlichen Deutungen erstrecken.

Wenn wir im Alltag sagen, wir seien "im siebten Himmel”, greifen wir also unbewusst auf ein jahrtausendealtes Bild zurück.