15.12.2015
Islam

Was Muslime glauben

Der Islam ist die jüngste der fünf Weltreligionen. Ein Überblick über seine Entstehung und die Situation der Muslime in Deutschland.
Der Koran ist die heilige Schrift im Islam.
Der Koran ist die heilige Schrift im Islam.

Der Islam ist die jüngste der fünf großen Weltreligionen. Er verbreitete sich ab dem 8. Jahrhundert von den Städten Mekka und Medina aus, beide liegen im Westen des heutigen Saudi-Arabiens. Der Islam ist einen streng monotheistische Religion. Zentraler Gedanke des Islams ist der Glaube an Allah, den einzigen Gott. Er offenbarte dem Propheten Mohammed den Koran, die Heilige Schrift der Muslime.

Begründer des Islams ist der Prophet Mohammed, der um 570 in der Oasenstadt Mekka geboren wurde und 632 starb. Er wuchs als Waisenkind bei seinem Onkel Abu Talib auf und musste in jungen Jahren seinen Lebensunterhalt bei Handelsleuten verdienen. Mit 25 Jahren heiratete er die reiche Kaufmannswitwe Khadidscha, die ihm zwei Söhne und vier Töchter gebar.

Muslime glauben an Allah

Wie viele fromme Menschen seiner Zeit suchte Mohammed in der Wüste nach der Erkenntnis des wahren Gottes. Dabei erschien ihm der Erzengel Gabriel und diktierte ihm den Koran. Es gelang Mohammed, die streitenden arabischen Stämme in seiner Stadt zur Umma, der "Gemeinde Gottes", zu vereinigen – später weitete sich das Gebiet auf die gesamte arabische Halbinsel aus.

Für alle Muslime gelten fünf religiöse Grundprinzipien. Diese fünf Säulen des Islams sind das Glaubensbekenntnis zu Allah, die fünf Gebete am Tag, die aus einer festen Abfolge von Bewegungen bestehen und häufig in der Moschee stattfinden, das Fasten im Monat Ramadan, die Verpflichtung, einen Teil ihres Vermögens für Bedürftige zu spenden, und die Haddsch, eine Wallfahrt nach Mekka, die jeder Muslim einmal im Leben gemacht haben sollte.

Rund vier Millionen Muslime leben in Deutschland

In Deutschland leben rund vier Millionen Muslime. Damit ist der Islam hierzulande die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft nach dem Christentum. Knapp die Hälfte der Muslime besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Im Islam gibt es verschiedene Gruppierungen. Die Sunniten stellen heute weltweit die größte Strömung dar. In Deutschland bilden sie einen Anteil von 74 Prozent. Rund 13 Prozent der deutschen Muslime bekennen sich zum Alevitentum. Die 500.000 meist türkisch-stämmigen Anhänger nehmen unter den Muslimen eine gesonderte Stellung ein, da sie teilweise von der streng islamischen Glaubensauffassung abweichen.

Ein religiöses Oberhaupt oder eine Organisationsform, wie sie christliche Kirchen aufweisen, gibt es im Islam nicht. Stattdessen organisieren sich die Gruppierungen in Vereinen, wie die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religionen e.V., kurz DITIB, oder der Alevitischen Gemeinde Deutschland e.V. Einzelne islamische Gemeinden sind als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt. Damit haben sie das Recht, Steuern zu erheben.

Eine wichtige Organisation für Muslime bildet die Deutsche Islamkonferenz. Diese versteht sich als Dialogforum zwischen Vertretern des deutschen Staates und Muslimen in Deutschland mit dem Ziel, das Miteinander und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

"Kreativwettbewerb Weltreligionen": Der Islam

Beim "Kreativwettbewerb Weltreligionen" erhielt der Evangelische Presseverband für Bayern 2015 mehr als 500 Einsendungen. In der folgenden Bildergalerie sehen Sie eine Auswahl der Einsendungen für die Kategorie Islam:

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