Eine echte Win-Win-Situation – nicht nur für die Hauptamtlichen, sondern auch für Dekanatsjugend und letztlich sogar die Gemeinde selbst: Noch vor wenigen Monaten war das Eschenbacher Pfarrhaus eine von 25 Immobilien, die innerhalb der 30 Kirchengemeinden des Hersbrucker Dekanats auf dem Prüfstand für Neu- oder Nachnutzung stehen. „Wir hätten hier wohl keine ganze Pfarrstelle mehr realisieren können, die Kirchengemeinde sich dagegen überlegen, wie viel Geld sie in das ihr gehörende Haus steckt“, fasst Dekan Tobias Schäfer die Gemengelage zusammen. Weniger werdende Kirchenmitglieder und dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen – die Lage war verzwickt.

Auf der anderen Seite: Aufbruchstimmung und Reformwille innerhalb des Dekanats und konkrete Bedürfnisse, vor allem bei der wachsenden Zahl an Jugendlichen. „Wir teilten uns im Hersbrucker Selnecker-Haus die Büroräume mit dem Geschäftsführer des Kindertagesstättenverbands, der noch weniger Platz hatte als wir für unsere Jugendlichen“, erinnert sich Matthias Rapp. Der Dekanatsjugendreferent teilt sich seine Aufgaben zusammen mit Alexander Loos – bislang noch regional, bald in Tätigkeitsschwerpunkten. „Wir liegen jetzt ja auch endlich zentral“, freut er sich. Bei einem Flächendekanat wie dem Hersbrucker müsste man ohnehin für Treffen in Präsenz immer irgendwo hin fahren. Eschenbach liegt nicht nur günstig aus allem Himmelsrichtungen. Man hat mit dem Bahnhof Hohestadt sogar noch eine Anbindung an den ÖPNV, von wo aus man in 15 Minuten zu Fuß benötigt.

Vieles unter einem Dach

Im neu geschaffenen Haus hat jetzt also das Jugendwerkes eine neue Heimat gefunden, KiTa-Geschäftsführer Matthias Grundmann und das Büro der Mitarbeitendenvertretung sind hier ebenso eingezogen wie die religionspädagogische Medienstelle unter der Leitung von Margarete Gawor. Alexander Loos hat seinen Tätigkeitshorizont zudem erweitert: Künftig wird er sich neben der Jugend auch als Fundraiser um die Organisation von Geldern und Mitarbeitern bemühen – eine neu geschaffene Stelle im Dekanat Hersbruck.

Rund 100 aktive Mädchen und Jungen seien derzeit in der Jugendarbeit des Dekanats aktiv, erklären Loss und Rapp. In den Gemeinden vor Ort entstünden immer wieder neue Jugendgruppen, die bestehenden hätten meist keine Nachwuchssorgen. Im Eschenbacher Haus gibt es nun im sogenannten Jugendflur Besprechungsräume, eine Art Wohnzimmer sowie eine Küche, die vom Ehrenamtlichen Kevin Ain aus älteren Küchenelementen, die weggeworfen worden wären, neu zusammengeschreinert wurde. Daneben findet man im neuen Domizil nun auch genügend Platz für Zubehör vom Ball bis zum Brettspiel.

Mit Ehrenamtspreis ausgezeichnet

Dass die Jugend in Hersbruck derzeit sehr gut im Saft steht, zeigt auch die Auszeichnung der ELKB mit dem Ehrenamtspreis, den die Mitglieder der Dekanatsjugendkammer der ELJ Hersbruck kürzlich für eine „außergewöhnliche Teamleistung“ erhielten, wie es in der Begründung hieß. Die Heranwachsenden hätten in ihrer Freizeit mit großem Engagement größere Räume für ihr Jugendwerk gesucht und den Umzug organisiert. Dass die Jugendlichen zum Beispiel auch die Verantwortung für eine nachhaltige Nutzung des Gartens übernehmen und man für das Zusammenwirken der dekanatsweiten Gremien Räume geschaffen hat, wurde ebenfalls gewürdigt.

Nicht zuletzt: Die Auflagen für eine Gebäudesanierung zum bewohnbar machen sind um einiges größer, als wenn man die Räume lediglich für Büros und Treffs ertüchtigt. „Wir konnten das Haus also mit viel Eigenleistung und verhältnismäßig geringem finanziellen Aufwand für uns herrichten“, meint Dekan Schäfer. Die Landeskirche unterstützt das Projekt mit 30.000 Euro plus 7000 Euro für teils neue Möbel. Das Dekanat hat das Pfarrhaus nun zunächst für fünf Jahre gemietet, danach sehe man weiter.

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