Habt ihr euch schon mal gefragt, wie ein guter Raum für Glauben aussieht?
Ein Raum, in dem man sich willkommen fühlt. In dem man fragen darf, zweifeln kann, lachen und beten. In dem junge Menschen Kirche erleben, gestalten, hinterfragen und lieben lernen.
Solche Räume entstehen nicht von selbst – sie brauchen Platz, Priorität und politische Entscheidungen. Mit Sorge beobachtet die Evangelische Jugend in Bayern den aktuellen Prozess der Gebäudebedarfsplanung in unserer Landeskirche.
Es geht um mehr als Grundrisse und Quadratmeter. Es geht um die Frage: Wo und wie kann Kirche für junge Menschen in Zukunft überhaupt noch stattfinden? Dazu hat der Jugendverband eine klare Haltung beschlossen: Junge Menschen brauchen Räume. Und zwar solche, die sie sich aneignen können, die sie selbst gestalten dürfen und die ihnen echte Teilhabe ermöglichen.
Wir fordern deshalb:
- Jugendräume müssen als kirchliche Kernräume gelten. Hier entsteht Kirche von morgen.
- Junge Menschen müssen mitentscheiden, nicht nur betroffen sein. Beteiligung darf kein Feigenblatt sein.
- Gebäudeentscheidungen brauchen neue Kriterien. Wirtschaftlichkeit allein greift zu kurz. Es geht um Bildungsräume, Gemeinschaft und die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen.
- Kinder- und Jugendarbeit braucht eigene Räume in eigener Verantwortlichkeit. Nur so können junge Menschen Räume in einer jugendgemäßen Ästhetik gestalten und selbstbestimmt nutzen.
- Kirche muss Räume öffnen, nicht schließen. Eine Kirche ohne Räume für junge Menschen, ist eine Kirche ohne Zukunft.
Wer heute Gebäude plant, gestaltet das Gesicht der Kirche für morgen. Die Evangelische Jugend ist bereit, diesen Prozess konstruktiv mitzugestalten – fordert aber mit Nachdruck: Kinder- und Jugendarbeit darf nicht der Rotstiftpolitik zum Opfer fallen.
Denn Glauben braucht Raum. Und junge Menschen brauchen Kirche, die ihnen diesen Raum gibt. Gestalten wir diesen gemeinsam – ladet junge Menschen vor Ort zum Dialog ein.