10.12.2018
Kirchenfinanzen/Kriminalität

Neuer Betrugsfall im Münchner Kirchengemeindeamt

Trotz verschärfter Sicherheitsmaßnahmen ist im Dekanat München wieder Geld aus der Kirchenkasse entwendet worden. Wie die SZ berichtet, fehlen rund 180.000 Euro. Seit Juli ist der Betrug aufgedeckt, die Polizei ermittelt. Rücklagen der Gemeinden sind nicht betroffen.
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Rund 180.000 Euro sind im Kirchengemeindeamt (KGA) des evangelisch-lutherischen Dekanats München laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung verschwunden: Der Zeitung zufolge hätten die Verantwortlichen der zentralen Kirchenverwaltungsstelle bereits im Juli 2018 Unstimmigkeiten entdeckt. Die beschuldigte Person habe den Vorwurf eingeräumt, das Arbeitsverhältnis sei daraufhin beendet und Strafanzeige erstattet worden. Dekan Christoph Jahnel vom Prodekanat West, unter dessen Aufsicht das KGA steht, betonte laut Zeitungsbericht, dass weder Finanzanlagen noch Rücklagen der 66 Münchner Kirchengemeinden betroffen seien.

Erst 2014 war das Kirchengemeindeamt von einem Finanzskandal erschüttert worden. Rund sechs Millionen Euro gingen damals durch riskante Anlagegeschäfte verloren, weil die internen Kontrollen versagten. Nach einem Disziplinarverfahren wurde Stadtdekanin Barbara Kittelberger von der Aufsicht über das KGA entbunden und ein Sechs-Augen-Prinzip für Finanztransaktionen eingeführt. Gegen den verantwortlichen Mitarbeiter und den damaligen Geschäftsführer wurde Anzeige erstattet.

Die Geschäftsführung des Kirchengemeindeamts übernahm am 1. Juni 2014 der Jurist Wolfgang Janowsky, der bis dahin Direktor der Landeskirchenstelle in Ansbach gewesen war. Janowsky wechselte allerdings im August 2018 auf einen Posten im Vorstand des Diakonischen Werks Bayern. Derzeit ist die Leitungsstelle im KGA vakant. Ab 1. Januar 2019 wird der 36-jährige Jurist und Kirchenrechtsdirektor Florian Baier Leiter der Verwaltungsstelle.

Richtigstellung: In einer früheren Version hieß es, Wolfgang Janowsky hätte im April 2018 im Vorstand des Diakonischen Werkes begonnen.

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