Wenn am Wochenende der Christopher Street Day (CSD) durch München zieht, geht es um weit mehr als Party und Politparade. Hunderttausende Menschen feiern, demonstrieren und setzen ein Zeichen für queere Sichtbarkeit. Mitten im Geschehen sind dabei auch Kirchen und kirchliche Akteure mit Gottesdiensten, Infoständen, Jugendangeboten und offenen Kirchenräumen. 

Gottesdienste im Zeichen des CSD 

Das kirchliche Programm beginnt mit einem ökumenischen CSD-Gottesdienst in der Kreuzkirche in der Hiltenspergerstraße 57 (U2 Hohenzollernplatz). Der Gottesdienst findet am Samstag, 27. Juni 2026, um 10 Uhr statt und steht unter dem Motto "Der Geist der Vielfalt. Unsere Stärke." Er ist bewusst inklusiv gestaltet und bringt verschiedene christliche Perspektiven zusammen. Eine Gebärdendolmetscherin begleitet die Feier, musikalisch wird der Gottesdienst unter anderem von "unicorns4jesus" gestaltet. 

Am Sonntag, 28. Juni 2026, folgt ein weiterer kirchlicher Schwerpunkt im Münchner Dom zu Unserer Lieben Frau (Frauenkirche). Dort laden der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Dompfarrei und die Junge Dommusik um 18 Uhr zu einem Jugendgottesdienst im Kontext des CSD ein. Auch hier stehen Fragen von Identität, Gemeinschaft und Zugehörigkeit im Zentrum. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, einen persönlichen Segen zu empfangen. 

Evangelische Präsenz auf der PrideMeile 

Auch die evangelische Kirche des Dekanatsbezirk München ist beim CSD direkt vor Ort vertreten. Auf der PrideMeile in der Ludwigstraße betreibt sie am Samstag, 27. Juni 2026, von 12 bis 20 Uhr einen Infostand. Dort gibt es Gespräche, Informationen und die Möglichkeit zu Segnungen. Der Stand ist bewusst als offener Begegnungsraum mitten im Trubel gestaltet. 

Die Evangelische Jugend München beteiligt sich zusätzlich an der PolitParade. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Mariahilfplatz, von dort zieht die Parade mit einem buntem LKW der EJ München und einer Fußgruppe durch die Innenstadt. Die Teilnahme ist seit Jahren fester Bestandteil evangelischer Jugendarbeit und verbindet Glauben, Jugend und gesellschaftliche Positionierung. 

Kirchen als kühle Rückzugsorte 

Neben den Programmpunkten spielen Kirchen beim CSD auch eine ganz praktische Rolle. Viele Innenstadtkirchen sind Teil der städtischen "Kühlen Orte" und bieten bei angekündigter Hitze Schutz und Ruhe. Dazu zählen unter anderem die Frauenkirche, St. Peter, die Heilig-Geist-Kirche und St. Michael. 

Die Kirchen sind tagsüber geöffnet und liegen direkt entlang der CSD-Routen. Sie werden damit zu Orten der kurzen Pause unabhängig von religiöser Bindung. 

Die kirchliche Beteiligung am Münchner CSD zeigt sich damit auf mehreren Ebenen: in Gottesdiensten, auf der Straße und in offenen Kirchenräumen. Besonders sichtbar sind evangelische Jugendarbeit und katholische Jugendverbände wie der BDKJ, die den CSD aktiv begleiten.