25.11.2019
Kirche und Schule

Regionalbischöfin Greiner: Schulseelsorge ist unentbehrlich

Als Schulseelsorger beauftragt die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern seit 2014 eigens dafür qualifizierte Lehrkräfte. Derzeit gebe es das Angebot an etwa 150 Schulen aller Schularten in Bayern, davon mit 13 Personen an zehn Orten in Oberfranken. Eingesetzt werden evangelische Religionspädagogen, Katecheten und staatliche Lehrer.
Dorothea Greiner, Regionalbischöfin des Kirchenkreises Bayreuth
Dorothea Greiner, Regionalbischöfin des Kirchenkreises Bayreuth

Der Dienst von Schulseelsorgern ist unentbehrlich, sagte die Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner beim Jahresgottesdienst der Seelsorgestiftung Oberfranken am Samstag in Hof.

Es sei "sehr sinnvoll, dass wir als Kirche diesen Qualifikationsweg zum Schulseelsorger auch für andere Religionslehrkräfte stetig aufbauen", sagte die Regionalbischöfin. "Ihre Seelsorge ist heilsamer Raum an der Schule", erklärte sie weiter. Seelsorge leisteten darüber hinaus auch viele evangelische und katholische Lehrkräfte und Pfarrer und Pfarrerinnen.

Der Bedarf an Seelsorge wachse bei Schülern und Schülerinnen, Eltern und Lehrkräften, sagte Greiner, die Vorsitzende der Seelsorgestiftung Oberfranken ist. Schulseelsorge sei für alle da, egal welcher Konfession oder Religion die Ratsuchenden sind. Das Angebot entlaste auch die Schulleitungen.

Der Amtschef des bayerischen Kultusministeriums, Herbert Püls, sagte, derzeit besuchten 75 Prozent aller Schüler in Bayern den katholischen oder evangelischen Religionsunterricht. Er hob die Bedeutung dieses Unterrichts hervor bei der Wertebildung junger Menschen. "Ob im Umgang mit Cybermobbing, Hasskommentaren oder extremistische Propaganda - junge Leute brauchen einen ethischen Kompass als Richtschnur für ihr Handeln", sagte er beim Empfang nach dem Gottesdienst.

Er dankte den christlichen Kirchen für die Unterstützung bei der Wertebildung: "Im Religionsunterricht, in Kirchengemeinden und Jugendgruppen werden Kinder und Jugendliche zu souveränen, freien, selbstbestimmten und verantwortungsvollen Menschen erzogen." Zum Thema Schulseelsorge sagte er, die Seelsorgerinnen und Seelsorger leisteten "einen ganz wesentlichen Beitrag zu einer menschenfreundlichen und werteorientierten Schule".

Die Seelsorgestiftung Oberfranken begeht jedes Jahr ihren Gründungstag mit einem Gottesdienst zu stets einem anderen Feld der Seelsorge. Ziel des Gottesdienstes sei, über die jeweilige Aufgabe zu informieren und für sie zu beten. "Seelsorge ist notwendig ein stilles Geschehen, verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit. So braucht sie Anlässe, um zu zeigen: Die Seelsorge ist da - auch für Dich", sagte Dorothea Greiner.

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