Vom 22. bis 26. März trifft sich die neu gewählte Landessynode zu ihrer konstituierenden Sitzung in Bayreuth. Eröffnet wird die Tagung vom ältesten Synodenmitglied: Das wäre dieses Mal Isolde Ulbig. Die 69-Jährige ist Lehrerin für Alten- und Krankenpflege, Kirchenvorsteherin der evangelischen Gemeinde Simbach am Inn - und Synoden-Neuling. Sie sei daher ein wenig aufgeregt, fühle sich aber auch geehrt, sagte sie im Interview.
Frau Ulbig, wie fühlt man sich, wenn man die Synodentagung als Alterspräsidentin und Neuling eröffnen darf?
Isolde Ulbig: Ich war absolut überrascht, dass ich zum ersten Mal in die Synode gewählt wurde und sie dann als Alterspräsidentin auch gleich eröffnen soll. Ich habe mich sehr geehrt gefühlt, andererseits war da auch ein mulmiges Gefühl: Alles ist neu und dann gleich eine Rede halten und die erste Wahl leiten, das ist schon herausfordernd. Was man als Ehrenamtliche in meinem Alter nicht so alles machen soll - mein Mann ist jedenfalls stolz auf mich.
Sie werden sich in der konstituierenden Sitzung auch mit einer kleinen Rede an die Synode wenden. Welche Botschaft wollen Sie loswerden?
Es warten schwierige Entscheidungen in der Landessynode auf uns, wie Einsparungen. Da liegt es mir am Herzen, dass man die Kirchenbasis, die Mitarbeitenden in den Gemeinden und die Gemeindeglieder mitnimmt. Wenn Kirchen geschlossen werden, herrscht große Trauer und manchmal auch Wut in der Gemeinde. Ich möchte daran erinnern, dass wir als Landessynode diese Menschen nicht vergessen und auch verstehen sollten, dass sie mit vielem nicht einverstanden sind. Mein Anliegen ist es, diese Gemeinden auf ihrem Weg gut zu begleiten.
Sie leiten auch die erste und entscheidende Wahl, bei der die Präsidentin oder der Präsident der Synode bestimmt wird. Da sollte nichts schiefgehen. Sind Sie aufgeregt?
Wir hatten schon vorbereitende Zoom-Konferenzen, wie eine Wahl satzungsgemäß ablaufen muss. Gewählt wird digital, da bekommt man im Vorfeld vom Synodalbüro entsprechende Unterstützung. Auf dem Podium sitzen wir dann am Montagvormittag Gott sei Dank zu zweit: der jüngste Synodale Luca-Fynn Schieblich und ich. Er ist 21 Jahre alt und der vorläufige Schriftführer. Nach der ersten Wahl ist es dann überstanden, und wir sind entlassen. Danach übernimmt das Präsidium - und wir zwei dürfen uns vorerst zurücklehnen.