Am Sonntag, 14. September 2025, wird im BR Fernsehen die zweite Folge der neuen Reihe "Sinn & Seele" ausgestrahlt. Das evangelische Format widmet sich in 15-minütigen Episoden alltäglichen und zugleich existenziellen Fragen – aus einer christlichen Perspektive.

"Sinn & Seele richtet sich an Menschen in der Mitte des Lebens", erklärt Alexander Brandl aus dem Team der landeskirchlichen Beauftragten für Hörfunk und Fernsehen, Melitta Müller-Hansen, gegenüber sonntags.bayern. "Das kann man weit fassen, wir geben uns kein ‚von… bis‘ vor. Was diese Menschen verbindet, sind die Fragen, die sie beschäftigen."

Schon die ersten beiden Themen machen das deutlich: "Wie finde ich innere Ruhe?" und "Bin ich schön genug?". Gerade in der Lebensmitte sei der Druck oft hoch – wenig Zeit, viele Verpflichtungen, dazu die ständige Frage: "Lebe ich das Leben, das ich leben will?"

Themen, die wirklich bewegen

Das Redaktionsteam will sich dabei nicht in erster Linie an kirchlichen Botschaften orientieren, sondern an den Fragen, die Menschen tatsächlich umtreiben.

"Wir schauen im ersten Schritt nicht: Was haben Kirche und Theologie Tolles zu sagen? Sondern wir schauen genau hin, auch in unserem Umfeld: Was treibt Menschen heute wirklich um?"

Ein Beispiel sei die alte wie neue Frage nach dem Tod: "Die Frage nach dem 'Danach' – was kommt nach dem Tod – treibt die Menschen wahnsinnig um. Das greifen wir auf."

Im Anschluss werde geschaut, welche Stimmen aus Kirche und Theologie Impulse dazu geben können – ob aus der praktischen Seelsorge oder der wissenschaftlichen Forschung. Dabei könne es auch mal zu überraschenden Einsichten kommen.

Eine Frau, sie lacht
Melitta Müller-Hansen.

Aufwendige Suche nach Gesprächspartner:innen

Die Protagonist:innen für die einzelnen Folgen zu finden, sei mitunter ein langwieriger Prozess, erklärt Brandl.

"Die Suche nach Protagonist:innen kann ganz schön viel Zeit in Anspruch nehmen. Wir greifen da auf unsere kirchlichen Netzwerke zurück. Viele Mails, viele Telefonate. Vielleicht kennt da jemand jemanden, der jemanden kennt… und irgendwann passt es."

Wichtig sei, dass es für beide Seiten stimme – auch für Menschen, die oft zum ersten Mal vor der Kamera stehen.

Alltag und existenzielle Fragen gehören zusammen

Jede Episode steht unter einer großen, offenen Leitfrage.

"Das Entscheidende an diesen Fragen ist: Sie lassen sich nicht mal schnell im Vorbeigehen beantworten. Oder über ein bisschen Google-Recherche oder einen KI-Chat. Sie sind grundsätzlich."

Umso wichtiger sei es, glaubwürdige Stimmen zu Wort kommen zu lassen. In der ersten Folge war etwa Sr. Edith Krug vom Evangelischen Kloster Schwanberg zu sehen, in der zweiten die Theologin und Pfarrerin Thea Vogt. "Was sie sagen, ist getränkt mit Lebenserfahrung, mit Weisheit. Sowas inspiriert."

Zwei Ebenen der Theologie

Melitta Müller-Hansen, landeskirchliche Beauftragte für Hörfunk und Fernsehen und zusammen mit Brandl verantwortlich für die Sendung, hebt hervor, wie bereichernd es sei, Fragen auf zwei theologischen Ebenen zu betrachten:

"Ich freue mich besonders über die zwei Ebenen der Theologie, auf denen wir – vergleichbar mit der 'Heldenreise' – die existenzielle Frage behandeln. Die praktisch-theologische bzw. biblische und die der wissenschaftlichen Forschung."

So entstünden Impulse, die sowohl Herz als auch Kopf ansprechen.

Für Brandl selbst ist auch die Fernseharbeit eine neue Erfahrung:

"Ich bin neu im Team der Rundfunkbeauftragten und auch die professionelle Fernseharbeit war völlig neu für mich. Was mich, zugegeben, etwas überrascht hat: Kameraleute sind echte Künstler. Ich dachte immer, die halten halt die Kamera drauf und filmen etwas ab. Dabei entwickeln sie kreativ Szenen mit, entwickeln spontan vor Ort neue Bildideen. Sehr beeindruckend."

Ein junger Mann sitzt vor einer Mauer und Bäumen
Pfarrer Alex Brandl ist seit März Theologisch-Pädagogischer Vorstand im Geistlichen Zentrum des Klosters Schwanberg.

Thema der aktuellen Folge: Schönheit und Selbstbild

Am 14. September zeigt das BR Fernsehen um 11 Uhr die Episode "Bin ich schön (genug)?". Darin erzählt Lena Bauer aus Olching, wie sie als junge Frau durch Komplimente in eine Essstörung rutschte. Auch während ihrer Schwangerschaft ließ sie der Druck nach dem perfekten Körper nicht los. Als Christin stellte sie sich irgendwann eine ungewöhnliche Frage: Was sagt eigentlich die Bibel zur Schönheit?

Antworten suchte sie gemeinsam mit der Theologin Thea Vogt im evangelischen Bildungszentrum "eckstein" in Nürnberg. Die beiden stießen in biblischen Texten auf ungewohnte Perspektiven, die den Blick auf den Körper verändern können – jenseits von Diäten und Instagram-Filtern. Eine wissenschaftliche Einordnung liefert zudem der Theologe und Kulturhistoriker Mario Berkefeld von der Ludwig-Maximilians-Universität München.

"Sinn & Seele" zeigt, wie aus ganz persönlichen Geschichten neue, entlastende Sichtweisen entstehen können – und wie christlicher Glaube im Gespräch mit aktuellen Themen Antworten gibt, die zugleich alltagsnah und existenziell sind.

Die Sendung ist bereits in der Mediathek abrufbar