17.06.2018
Evangelische Kirche

Turmführer für die Stadtkirche Schwabach gesucht

Wenn sich eine Gemeinde für nichts anderes als ihren Kirchturm interessiert, dann ist das normalerweise nicht so gern gesehen. Wenn es nach der Schwabacher Stadtkirchen-Mesnerin Gabi Trinks geht, würde ein bisschen Interesse an einem Kirchturm-Engagement schon ausreichen. Hierfür sucht sie nämlich Ehrenamtliche und hat für uns schon mal die Türen zum Turm geöffnet.
Klaus Trinks auf dem Schwabacher Kirchturm
Der Schwabacher Mesner Klaus Trinks auf dem Schwabacher Kirchturm. Es werden ehrenamtliche Turmführer gesucht.

174 Stufen geht es eine Wendeltreppe hinauf, an der engsten Stelle sind gerade mal 32 Zentimeter Platz. Auf 38 Metern angekommen steht man dann in der Türmerstube der Schwabacher Stadtkirche, die letztmals vor etwa 100 Jahren bewohnt war. Noch einmal rund fast genauso hoch hinauf würde es gehen, wollte man die Kirchturmspitze erreichen. Doch schon der Blick, den man vom begehbaren und von einer Brüstung umringten Kranz rund um den Kirchturm hat, belohnt für den Aufstieg.

"Wir würden gerne öfters den Turm für Besucher Schwabachs öffnen, das sprengt aber unseren Terminplan", gibt Gabi Trinks zu. Zusammen mit ihrem Mann und gleichzeitigem Kollegen Klaus ist sie schon seit vielen Jahren als Hauptmesnerin für die Stadtkirche St. Johannes und St. Martin zuständig. Und der Mesnerjob umfasst hier weitaus mehr als Blumenschmuck herrichten und Liedtafeln anbringen. Schließlich gehören zur Gemeinde noch das "Evangelische Haus" mit seinen Veranstaltungssälen sowie weitere Räume in den Stadtteil-Zentren, die allesamt unterhalten, vermietet und hergerichtet werden müssen – ein Fulltime-Job für Zwei.

Schwabacher Turmkirche - Fast 40 Meter hoch

Der Turm der im 15. Jahrhundert im gotischen Stil errichteten Stadtkirche ist dabei zweifelsohne der außergewöhnlichste Ort, von dem aus man Schwabach erleben kann. Das beginnt schon beim Aufstieg, vorbei an den Glocken, die allesamt beschrieben sind und alleine daher schon Futter für Interessierte bieten. Das Fachwerk in der Türmerstube ist ebenso wie der Glockenturm in sehr gut erhaltenem, erst vor wenigen Jahren restauriertem Zustand. Und es ist ausreichend Platz in fast 40 Metern Höhe. Zusammen mit den Holzstühlen, Tischen und den hellen Fenstern wird´s schnell gemütlich, wenn sich eine Gruppe auf den Weg nach oben macht.

"Wir suchen Frauen und Männer, die ehrenamtlich etwas ganz Besonderes machen wollen, körperlich fit und einigermaßen schwindelfrei sind und Freude an der Begegnung mit Menschen haben", bringt Klaus Trinks das "Suchprofil" auf den Punkt. Gefordert wird nichts, außer, dass man die Besucher zu den vereinbarten Zeiten nach oben und wieder herunter bringt und dabei dafür sorgt, dass die Stube danach wieder so aussieht wie zuvor. "Der eine will vielleicht eine launige, historische Führung machen, der andere einfach nur den Besuchern die schöne Aussicht zeigen – erlaubt ist alles, was gefällt".

 

Wollen Sie Schwabachs nächster Turmführer werden?

Wer Lust hat, im "Turm-Team St. Martin" mitzumachen, kann sich an folgende Adresse wenden:

Hauptmesnerin Gabi Trinks, Kirchengemeinde St. Mart in, Pfarramt, Wittelsbacher-Straße 4, 91126 Schwabach.

E-Mail: gabi.trinks@elkb.de – Tel. (0 91 22) 9256-224 oder (01 76) 63195624.

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

Landessynode Schwabach

Petra und Dieter Trutschel vor dem »Goldenen Stern« in Schwabach, wo 1529 »Reformationsgeschichte« geschrieben wurde, als die »Schwabacher Artikel« verhandelt wurden.
Autor
Sie sind eine Keimzelle der Reformation – die »Schwabacher Artikel«. Die 17 Sätze gelten als Grundlage des »Augsburger Bekenntnisses«, das am 25. Juni 1530 auf dem Reichstag zu Augsburg von den evangelischen Reichsständen Kaiser Karl V. dargelegt wurden. Ausgeknobelt wurden sie an einem Ort, an dem damals wie heute in geselliger Runde Schäufele brutzeln und Bier fließt – im Schwabacher Traditionsgasthaus »Goldener Stern«. Doch dort erinnert heute nur noch wenig an die Sondierungsgespräche zur Reformation.

Sakrale Orte

Walter Schnell ist stolz auf die neue Dorfkapelle in Rudelsdorf
Autor
Immer wieder werden kirchliche Gebäude zu säkularen umgebaut oder gar abgerissen. Im kleinen Gemeindeteil Rudelsdorf in Barthelmesaurach läuft es andersherum: Am 13. Mai wird die neue Dorfkapelle durch Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern eingeweiht. Eigentlich konsequent: Denn "Kapelle" hieß das einstige Feuerwehrhaus mit seiner Glocke im Volksmund schon immer.
Sonntagsblatt