Liturgischer Kalender
Was haben Exaudi, Quasimodogenti und Estomihi miteinander gemein? Sie sind allesamt Bezeichnungen für Sonntage im Kirchenjahr. Und das folgt anderen Regeln als der Kalender, der uns das Datum verrät. Eine Einführung in den liturgischen Kalender.
Kirchenjahr liturgischer Kalender

 

Wenn das erste Blatt in unserem gregorianischen Kalender aufgedeckt wird und den 1. Januar zeigt, ist das Kirchenjahr schon ein paar Wochen alt. Denn der liturgische Kalender der evangelischen und katholischen Kirche fängt bereits am 1. Advent an.

Wie funktioniert der liturgische Kalender?

Die drei Kalenderphasen Weihnachten, Ostern und Trinitatis bringen Struktur in das Kirchenjahr. Dabei folgen sie dem Lebenszyklus: Im Advent stimmen sich Christen auf die Geburt Jesu ein, der Dreikönigstag am 6. Januar, der auch Epiphanias genannt wird, ist der Startschuss für die Epiphaniaszeit. Daran schließt sich die Passionszeit, in der viele Christen fasten. Nach dem Osterfest sind es immer sieben Wochen bis Pfingsten. Der Dreifaltigkeitssonntag Trinitatis eröffnet sodann die gleichnamige letzte und längste Periode im Kirchenjahr. Sie geht bei den Protestanten am Ewigkeits- oder Totensonntag zu Ende. Die Katholiken nennen jenen Tag Christkönigsfest.

Wo begegnet mir das Kirchenjahr im Alltag?

Jeder Gottesdienst orientiert sich an den Phasen des Kirchenjahrs. Sie bestimmen die Farben der Altartücher sowie der Stola des Predigers und beeinflussen die Auswahl der Lieder und Texte, die im Vorgang zur Predigt aus der Bibel vorgelesen werden. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) hat 2017 zusammen mit der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) einen digitalen Kirchenkalender im Internet veröffentlicht, in dem man sich diese Texte und Lieder anhören oder durchlesen kann.

 

Welche kirchlichen Feiertage gibt es in Deutschland?

Im christlichen Kirchenjahr finden sich so viele Fest- und Feiertage wie bei keiner anderen Religion. Die wichtigsten Feste für Protestanten im Überblick:

  • Advent
  • Weihnachten (25. und 26. Dezember)
  • Epiphanias (6. Januar)
  • Aschermittwoch: Was die Fastenzeit für sie bedeutet, erzählen Protestanten, Katholiken und Orthodoxe hier.
  • Gründonnerstag: Was es mit dem Feiertag auf sich hat, erfahren Sie hier.
  • Karfreitag: Warum Karfreitag einer der höchsten christlichen Feiertage, lesen Sie hier.
  • Ostern: Warum Ostern für Christen das wichtigste Fest ist, steht hier.
  • Christi Himmelfahrt: Was wir an Himmelfahrt feiern, erklärt dieser Text.
  • Pfingsten: Was Pfingsten mit dem Geburtstag der Kirche zu tun hat, ist hier erläutert.
  • Trinitatis
  • Erntedank: Warum wir das Erntedankfest feiern, steht hier.
  • Reformationstag (31. Oktober): Warum der Reformationstag 2017 ein gesetzlicher Feiertag ist, lesen Sie hier.
  • Buß- und Bettag: Was Buß- und Bettag ist, erfahren Sie in diesem Text.
  • Ewigkeitssonntag

 

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Religiöse Feiertage

Hans Leonhard Schäufelein, Abendmahl, 1515, Ulmer Münster.
Nicht Weihnachten, sondern Ostern ist das höchste Fest der Christenheit. Aber wie berechnet sich eigentlich der Ostertermin? Warum finden - wie zuletzt im Jahr 2019 - das jüdische Pessach und Ostern selten, aber immer wieder gleichzeitig statt? Und warum schert die orthodoxe Christenheit genau dann immer aus einem gemeinsamen Ostertermin aus? Ein Streifzug durch die verzwickte österliche Kalendergeschichte.

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