29.12.2017
Liturgischer Kalender

Was haben Exaudi, Quasimodogenti und Estomihi miteinander gemein? Sie sind allesamt Bezeichnungen für Sonntage im Kirchenjahr. Und das folgt anderen Regeln als der Kalender, der uns das Datum verrät. Eine Einführung in den liturgischen Kalender.
Kirchenjahr liturgischer Kalender

 

Wenn das erste Blatt in unserem gregorianischen Kalender aufgedeckt wird und den 1. Januar zeigt, ist das Kirchenjahr schon ein paar Wochen alt. Denn der liturgische Kalender der evangelischen und katholischen Kirche fängt bereits am 1. Advent an.

Wie funktioniert der liturgische Kalender?

Die drei Kalenderphasen Weihnachten, Ostern und Trinitatis bringen Struktur in das Kirchenjahr. Dabei folgen sie dem Lebenszyklus: Im Advent stimmen sich Christen auf die Geburt Jesu ein, der Dreikönigstag am 6. Januar, der auch Epiphanias genannt wird, ist der Startschuss für die Epiphaniaszeit. Daran schließt sich die Passionszeit, in der viele Christen fasten. Nach dem Osterfest sind es immer sieben Wochen bis Pfingsten. Der Dreifaltigkeitssonntag Trinitatis eröffnet sodann die gleichnamige letzte und längste Periode im Kirchenjahr. Sie geht bei den Protestanten am Ewigkeits- oder Totensonntag zu Ende. Die Katholiken nennen jenen Tag Christkönigsfest.

Wo begegnet mir das Kirchenjahr im Alltag?

Jeder Gottesdienst orientiert sich an den Phasen des Kirchenjahrs. Sie bestimmen die Farben der Altartücher sowie der Stola des Predigers und beeinflussen die Auswahl der Lieder und Texte, die im Vorgang zur Predigt aus der Bibel vorgelesen werden. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) hat 2017 zusammen mit der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) einen digitalen Kirchenkalender im Internet veröffentlicht, in dem man sich diese Texte und Lieder anhören oder durchlesen kann.

 

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