14.06.2018
Deutsch-israelische Freundschaft

Mering und Karmiel auf dem Weg zur deutsch-israelischen Städtepartnerschaft

Der Juni in Mering steht ganz im Zeichen der deutsch-israelischen Freundschaft. Besuch aus Karmiel hat sich angesagt. Mit der Stadt im Norden Israels hat die Marktgemeinde seit 15 Jahren eine Städtfreundschaft. Die ersten Gäste kommen rechtzeitig zum Israeltag am 17.6. und Ende des Monats wird hoher Besuch erwartet. Werden Mering und Karmiel bald offizielle Partnerstädte?
Günter Wurm mit Freunden vor dem Rathaus in der israelischen Stadt Karmiel
Günter Wurm mit Freunden vor dem Rathaus in der israelischen Stadt Karmiel

Am Sonntag (17.6.) lädt Mering in den Lippgarten ein, zum Israeltag, der heuer schon zum 14ten mal stattfindet. Orientalisch-vegane Köstlichkeiten  werden aufgetischt, israelischer Wein ausgeschenkt, es gibt viele Infostände zu Land und Leuten, zum ersten Mal eine Modenschau mit kreativen Klamotten aus Israel und natürlich viel Musik.  Ein vierzigköpfiger Frauenchor aus Karmiel ist bereits angereist, um am Sonntag mit den Revelling Crooks aufzutreten, einer Augsburger-Meringer Band, die sich dem Speedfolk verschrieben hat. Günter Wurm, der Initatior und Motor der Städtefreundschaft, ist schon äußerst gespannt, wie das wohl klingen wird.

Mering und die israelische Stadt Karmiel sind auf dem Weg von einer Städtefreundschaft zu einer Städtepartnerschaft

Wenn Israelis und Meringer zusammen feieren, tanzen, essen und trinken wird sicherlich auch diskutiert über Politik und Religion und viele andere Fragen. Und genau darum geht es, dass sich die Menschen besser kennenlernen und ihr Wissen nicht nur aus den Medien und Nachrichten beziehen. Das sieht auch Merings Bürgermeister so. Hans-Dieter Kandler war 2015 in Karmiel und im Heiligen Land und seitdem sieht er die Politik und die Nachrichten, die Israel oft als harte Militärmacht darstellen, differenzierter:  „Man kann dann auch fragen, woher kommt denn so was und sich das vor Ort auch mal erklären lassen…. und deshalb ist es so wichtig, dass sich die Menschen begegnen und vor allem die Jugendlichen, die unvoreingenommen sind.“ Die nächste Jugendbegegnung steht schon vor der Tür. Nächste Woche kommen 14 junge Leute aus Karmiel.

In Mering begegnen sich junge Israelis und muslimische Flüchtlinge

Die 15jährigen Gäste erwartet ein volles Programm: Gemeinsam mit Meringern werden ein soziales Projekt auf die Beine stellen. Außerdem will Günter Wurm die Israelis mit muslimischen Flüchtlingen zusammenbringen und gemeinsam werden sie die ehemalige KZ-Außenstelle Kaufering besuchen. Eine spannende und gewagte Aktion.

Doch selbstverständlich wird auch der Spaß nicht zu kurz kommen: Parties feiern, Ausflüge machen, bayerisches Brauchtum kennenlernen und natürlich das Essen probieren: „Erst hat’s geheißen, die essen alle koscher und dann probieren alle das bayerische Essen, weil es halt so gut schmeckt“ schmunzelt Wurm.

Das bayerische Essen schmeckt dann hoffentlich auch dem Bürgermeister von Karmiel, Adi Eldar, der Ende Juni (21.6.) seinen Amtskollegen in Mering besucht. Er freut sich sehr über die Städtefreundschaft und wäre gerne bereit, die offizielle Partnerschaft baldmöglichst fest zu machen. Bürgermeister Kandler mahnt zu etwas mehr Geduld: " Es ist nicht zielführend, wenn man eine offizielle Begegnung macht und dann ist die nicht mit Leben erfüllt. Da müssen Menschen dahinter stehen, nicht nur Institutionen." Er will warten, bis es wirklich genügend Freundschaften und persönliche Kontakte gibt. Nach diesem Juni bestimmt.

 

Meringer Jugendliche auf Masada am Toten Meer in Israel
Meringer Jugendliche auf Masada am Toten Meer in Israel
Meringer Jugendliche am Mittelmeer in Israel
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deutsch-israelischer Jugendaustausch Mering und Karmiel
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