Warum schreibt man in einer Zeit voll von Weihnachtsheften noch ein weiteres Buch über das Fest der Feste? Für Karl-Heinz Röhlin, früher Regionalbischof in Nürnberg, und Martin Reutter, Leiter des Diakonischen Werks in Ansbach, war die Antwort: aus dem Bedürfnis, Menschen etwas zu schenken, das ihnen wirklich nahekommt. 

Beide begegneten einander im evangelischen Konvent Heilsbronn, tauschten Texte aus, Gedichte, kleine Beobachtungen. Reutter hatte sie zunächst im Eigenverlag veröffentlicht, Röhlin steuerte Geschichten bei, die er „nicht in der Schublade liegen lassen“ wollte. So wuchs Schritt für Schritt ein gemeinsamer Band heran – besinnlich, humorvoll und poetisch.

Doch der eigentliche Motor, so erzählt Röhlin, sei nicht der Wunsch gewesen, den Buchmarkt zu bereichern. Vielmehr gehe es darum, „den Menschen eine Freude zu machen“. Ob Lesungen für ukrainische Geflüchtete, Adventsfeiern in Gemeinden oder Nachmittage mit Seniorinnen und Senioren – überall spüre man, wie groß die Sehnsucht ist nach Worten, die trösten, die berühren und zugleich zum Schmunzeln bringen.

Verschlafene Hirten und vergessliche Engel

Genau dafür stehen die Texte des Büchleins: Sie erzählen von verschlafenen Hirten, vergesslichen Engeln und dem nicht ganz konfliktfreien Verhältnis zwischen Ochs und Esel. Humor öffnet Türen – auch für die alten Botschaften von Hoffnung, Frieden und Gelingen, die an Weihnachten seit jeher mitschwingen.

Röhlin betont, wie sehr die Themen der Weihnachtsgeschichte bis heute ins eigene Leben hineinreichen. Maria, Josef, das Kind – „das sind Figuren, die Erinnerungen auslösen“, sagt er. An die eigene Kindheit, an Elternschaft, an Erfahrungen von Fürsorge und Verletzlichkeit.

Weihnachten sei deshalb nie nur ein historisches Ereignis, sondern immer auch ein Spiegel unserer eigenen Sehnsüchte: nach Glück, nach heilen Beziehungen, nach Frieden – im Kleinen wie im Großen. Die Texte des Buches wollen diese Nähe spürbar machen. Sie laden ein, in vertrauten Bildern etwas Neues zu entdecken, Humor und Tiefgang miteinander zu verbinden und dabei vielleicht ein wenig leichter durchs Fest zu gehen.