13.01.2019
Beerdigung

Armutsbegräbnisse 2017: Kommunen erstatten 57,3 Millionen

Im Jahr 2017 haben die Kommunen in Deutschland etwas weniger Geld für sogenannte Armutsbegräbnisse ausgegeben als im Vorjahr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts zahlten sie bundesweit 57,3 Millionen Euro aus. 20.227 Menschen bekamen folglich vom Sozialamt die Kosten für die Beerdigung eines Angehörigen erstattet, weil sie diese selbst nicht bezahlen konnten.
Grab auf dem Würzburger Waldfriedhof

In den alten Bundesländern erhielten 14.592 Angehörige eine Erstattung der Begräbniskosten, in den neuen Bundesländern waren es 5.635. Im Jahr 2016 waren noch 59,5 Millionen Euro an 21.434 Angehörige gezahlt worden.

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann sagte der "Passauer Neuen Presse" dazu:

"Aufgrund der zunehmenden Altersarmut und der sich ausbreitenden prekären Beschäftigung ist für die Zukunft ein Anstieg von Sozialbestattungen zu erwarten."

Angesichts der damit steigenden finanziellen Belastung der Kommunen sei zu befürchten, dass diese die Kostenübernahme reduzieren könnten. "Dabei wäre es in vielen Regionen notwendig, die Leistungen anzuheben, um auch armen Menschen ein würdevolles Begräbnis zuteilwerden zu lassen", forderte sie und sprach sich für die Einführung von bundesweit einheitlichen Standards für Sozialbestattungen aus.

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