13.03.2018
Sinti und Roma in Deutschland

Deportation von Sinti und Roma: Opfer des NS-Regimes

An diesem Dienstag (13. März) erinnern die Landeshauptstadt München und der Verband Deutscher Sinti und Roma in Bayern an die Deportation von 130 Münchner Sinti und Roma vor 75 Jahren nach Auschwitz. Heute leben mehrere Tausend Sinti und Roma in München - unter unterschiedlichen Bedingungen. Alexander Adler ist einer von ihnen.

Alexander Adler hat als Teenager noch die Kurve gekriegt und hat eine Ausbildung zum Schauspieler gemacht. Heute ist er Schulmediator für Sinti- und Romakinder. In fast jeder Stadt gibt es ein Viertel, das einen schlechten Ruf hat. Immer und überall. Besonders im Hasenbergl hat es in den vergangenen Jahrzehnten große Anstrengungen gegeben, diesen Ruf zu ändern. Eins der ersten Projekte, bei dem auch Alexander Adler mitgemacht hat, waren die Ghetto Kids.

Alexander Adler hat seinen Weg gefunden. So sehr er darauf hinarbeitet, dass Sinti und Roma in der Gesellschaft ihren "unauffälligen" Platz finden - so wichtig ist ihm auch, dass das Gedenken an die Verfolgung der Sinti und Roma bekannter wird und im Gedächtnis bleibt.

Die meisten der Deportierten vor 75 Jahren wurden im Vernichtungslager Opfer des NS-Regimes, dem europaweit 500.000 Angehörige der Sinti und Roma zum Opfer gefallen sind, wie der Verband in Nürnberg mitteilte. Beim Gedenken auf dem Platz der Opfer des Nationalsozialismus in München werden ab 15 Uhr die Namen der deportierten Sinti und Roma verlesen.

Verbandsvorsitzender Erich Schneeberger sagte laut Mitteilung: "Wir schulden es den Opfern, die Erinnerung stets wachzuhalten." 1982 sei der Völkermord an den Sinti und Roma von der Bundesregierung unter SPD-Kanzler Helmut Schmidt offiziell anerkannt worden. Dennoch seien die seit mehr als 600 Jahren "in unserem Land beheimateten Sinti und Roma" auch heute öffentlichen Anfeindungen und Diskriminierungen ausgesetzt. Deshalb müssten "alle demokratischen Kräfte den neuen rechtspopulistischen Tendenzen" entschieden entgegentreten

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

Hiphop-Historie

»All Eyez on Me« von Benny Boom: Demetrius Shipp als Tupac Shakur.
Er gilt noch heute als einer der größten Künstler des Hiphop – ­Tupac Shakur. 1996 wurde er aus einem fahrenden Auto in Las Vegas erschossen. Er wurde nur 25 Jahre alt. Benny Boom hat dem Rapper mit der Filmbiografie "All Eyez On Me" (ab 15. Juni) ein Denkmal gesetzt, das einen zwischen Shakespeare und Schießereien zerrissenen Menschen zeigt. Die spirituelle Seite des radikalen schwarzen Künstlers wurde erst nach seinem Tod sichtbar.
efa