20.02.2020
Flüchtlinge

Heinrich Bedford-Strohm verteidigt EKD-Einsatz für Flüchtlingsschiff

Am Tag der Taufe des ehemaligen Forschungsschiffs "Poseidon", das künftig Flüchtlinge im Mittelmeer aus Seenot retten soll, hat der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm die Beteiligung der Evangelischen Kirche in Deutschland erneut klar verteidigt.
EKD United4Rescue Poseidon Schiff Seenotrettung

"Es ist eine ungewöhnliche Aktion. Aber ich glaube schon, dass sie sehr viel zu tun hat auch mit dem christlichen Glauben", sagte der bayerische Landesbischof in einem "radioWelt am Morgen"-Interview des Bayerischen Rundfunks.

Im Zentrum der Gebote stehe das Doppelgebot der Liebe: Gott lieben und den Nächsten lieben, betonte Bedford-Strohm. "Und wenn Menschen einfach in Lebensgefahr sind, wenn Menschen ertrinken, ganz unmittelbar ihr Leben gefährdet ist, dass wir dann helfen müssen, das ist eigentlich eine Grundintuition, die fast alle Menschen haben."

Seenotrettung im Mittelmeer: Schiff könnte an Ostern auslaufen

Bedford-Strohm, der am Donnerstag das Segenswort bei der Taufe des Schiffes in Kiel sprechen sollte, machte klar: "Wenn es so ist, dass die staatliche Seenot-Rettung schlicht eingestellt worden ist und niemand da ist, der diese Menschen rettet, dann muss man die zivile Seenot-Rettung unterstützen. Und genau das tun wir." Er gehe davon aus, dass das Schiff nach der Taufe und anschließenden Umbauarbeiten etwa an Ostern auslaufen kann, sagte der EKD-Ratsvorsitzende. "Und vielleicht ist das auch ein gutes Symbol, wenn wir Ostern die Auferstehung Jesu Christi feiern."

Bei der Schiffstaufe wird auch der neue Name bekannt gegeben. Finanziert wird das Schiff vom Bündnis "United4Rescue", das maßgeblich von der EKD initiiert wurde. Das Schiff war zuletzt vom Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung genutzt worden. "United4Rescue" erhielt Ende Januar für 1,5 Millionen Euro in einem Bieterverfahren den Zuschlag.

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema: