Synodale in Bayern
Pfarrerin Gabriele Hoerschelmann ist Leiterin des Partnerschaftszentrums Mission EineWelt und Synodale der bayerischen evangelischen Landeskirche. Im Sonntagsblatt-Interview erzählt sie, was sie an diesem Amt reizt - und woran es der Organisation Kirche mangelt.
Pfarrerin Gabriele Hoerschelmann ist Synodale der evangelischen Landeskirche in Bayern.

Welche Themen bewegen Sie persönlich – und warum?

Hoerschelmann: Mich bewegt der weltweite Horizont der Kirche. Als Evangelische Landeskirche Bayern sind wir ein Teil einer globalen christlichen Bewegung, die Beziehungen zu Christen in aller Welt pflegt. Das empfinde ich als unglaublich bereichernd und inspirierend – für unsere Spiritualität und für unser weltweite entwicklungspolitisches Engagement. Die Kirche ist ein globaler Player in allen Fragen des Zusammenlebens.

Was reizt Sie am Amt der Synodalin?

Hoerschelmann: Es reizt mich besonders, dass ich damit die Chance habe, mich aktiv in die Diskussion einzuschalten und an den laufenden Prozessen mitzuwirken.

Woran mangelt es in der Organisation Kirche am meisten?

Hoerschelmann: Die Kirche ist an sich eine traditionsbewusste Institution. Das ist wichtig und hat es ihr über die Jahrhunderte ermöglicht, sich immer wieder auf ihre Wurzeln zurückzubesinnen und ihr Anliegen in die Zukunft weiterzutragen. Das hindert sie aber auf der anderen Seite auch gelegentlich, flexibel zu agieren, Neues zu denken und in kürzeren Zeiträumen auch faktisch umzusetzen.

Wie bewerten Sie das Thema "Digitalisierung"?

Hoerschelmann: Die Digitalisierung der Kirche ist eine unbedingt notwendige Entwicklung. Nur durch die digitalen Medien waren im letzten Jahr während der Lockdowns überhaupt weiter handlungsfähig. Die Digitalisierung hat in unserem Bereich auch neue Räume geschaffen international miteinander mühelos in Konferenzen zu beraten und so die Kontakte zu halten. Bei all den Vorteilen muss aber auch klar sein, die Digitalisierung ist nur eine Methode, ein Format. Es ist kein Inhalt und keine Botschaft an sich.

Über Gabriele Hoerschelmann

Die promovierte Theologin Gabriele Hoerschelmann stammt aus Erlangen und arbeitete nach ihrem Theologiestudium zunächst als Assistentin für praktische Theologie an der Universität Kiel. Es folgten das Vikariat in Seidmannsdorf bei Coburg, ein Jahr als Auslandsvikarin am ökumenischen Institut im schweizerischen Bossey und eine dreijährige Zeit im Pfarr- und Schuldienst in Bayreuth, bevor sie mit ihrem Mann 2004 als Dozentin für Religionspädagogik nach Hongkong ging. Seit 2015 leiten die beiden gemeinsam das Partnerschaftszentrums Mission EineWelt.

Evangelische Synodale in Bayern

Wer sind eigentlich die 108 Personen, die zur Landessynode der evangelischen Kirche in Bayern gehören? In unserer Sonntagsblatt-Reihe stellen wir die Synodalen vor. Wir sprechen mit den Mitgliedern der Landessynode -  über Kirche, Glaube, Religion und natürlich die Aufgaben, Ziele und Projekte der Landessynode.

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