13.02.2019
Valentinstag

Tango in der Kirche: Warum St. Michael in Fürth Valentinstag zum Tanz einlädt

Was gehört zu einem romantischen Valentinstag? Rote Rose, kleiner Abendspaziergang? Kann man machen. Aber ein Tänzchen, hingebungsvoll, schmachtend, innig? Das alles können Sie am 14.02. in Fürth haben! Spaziergang und Tango für Verliebte und Interessierte. Und Sie müssen gar nicht tanzen können.
Hier sprechen die Tango-Pfarrerin und ihre Tango-Trainer. In Fürth lädt die evangelische Kirche St. Michael zum Tango am 14. Februar 2019 um 19 Uhr.

"Vom Tango kann man ganz viel über die Liebe lernen", sagt Pfarrerin Christiane Lehner. Sie weiß das, weil sie selbst Tango tanzt. Und deshalb lädt die Fürther Altstadtkirche am Valentinstag zum Tanze. Der Fachverstand kommt von der Fürther Tangotrainerin Stefanie Stenzel und ihrem Mann Stefan: Tango zeigt, wie und wer du bist "dadurch, dass die Bewegungen unmittelbar übertragen werden, wie die eigene Stimmung gerade ist. Es sagt auch ganz viel über die eigene Psyche aus.

"Bin ich jemand, der darum bemüht ist, es allen möglichen Leuten recht zu machen? Das wird man sofort im Tango merken. Und zwar meistens schon vor dem ersten Schritt, wenn man sich gegenseitig in den Arm nimmt."

Die Stenzels tanzen vor, erklären die Tango Argentino-Basics und die Pfarrerin nimmt die Besucher mit auf den Weg zwischen zwei romantischen alten Kirchen. "Es gibt keine Predigt, wir werden Tangos von Piazzolla hören an der Orgel. Und es gibt einen ganz kleinen Workshop, wo die Leute das auch mal ausprobieren können und einen Tango auch miteinander in der Kirche tanzen können." Teilnehmen kann man zu zweit oder allein!

 

"Veranstaltungs-Tipp"

Schöpfung.Liebe.Tango

Treffpunkt für den "Spirituellen Abendspaziergang mit Tango" ist am Donnerstag, (14. Februar) um 19 Uhr vor der Kirchentür der Fürther Altstadtkirche St. Michael.

Nach einem spirituellen Impuls in der stimmungsvoll beleuchteten Kirche geht es etwa zwei ein halb Kilometer über den Wiesengrund und durch den Stadtpark zur Auferstehungskirche.

 

Tangosüchtig sind Stefanie und Stefan Stenzel aus Fürth: „Tango zeigt, wie und wer Du bist und das noch vor dem ersten Schritt.“ Und: "Nur wer sich selbst liebt, kann dem Partner Vertrauen schenken."

Man hört die Musik etwas deutlicher, wenn man folgt

Tango ist der einzige Tanz, der eigentlich ständig improvisiert wird. Obwohl alles aussieht wie einstudiert, weiß die Frau nie, was der Mann als nächstes macht – und der Mann weiß nicht, was die Frau draus macht. Stefanie und Stefan Stenzel sind Tango-süchtig. Dabei ist doch Tango voll Macho, oder? Mann führt, Frau folgt. Er guckt verwegen und sie stolziert um ihn rum…

"Der Mann bietet einfach was an. Die Frau nimmt sich den Platz und zwar durchaus selbstbewusst und wenn die Frau den Platz eingenommen hat, folgt ihr der Mann."

Also bestimmen irgendwie beide. Und die Macherin und Geschäftsfrau Stenzel hat überhaupt nichts dagegen, zu folgen:

"Im Folgen kann man noch viel mehr im Gefühl sein. Die Musik hört man einen Tick deutlicher, als wenn man führt." Im Unterricht tanzt Stefanie Stenzel sowieso Frau wie Mann, und ihr Mann wechselt auch mal auf den Frauenpart
"Es ist interessant mitzubekommen in der Rolle, wie sich bestimmte Sachen anfühlen. Man verändert als Führender seine Art zu tanzen, insofern, dass man weiß, wie sich bestimmte Muster, dann auf der anderen Seite anfühlen."
Rollenwechsel, ein interessanter Vorschlag für den Liebestanz durchs Leben. 

Tango als Therapie?

Und da ist Tango fast Therapie, sagt die Fürther Pfarrerin Christiane Lehner: "Wenn ich selber weiß, wer ich bin und wo ich stehe und wohin ich möchte. Dann gebe ich meinem Partner klare Signale. Und er kann sich dazu verhalten." Steffi Stenzel gibt Tipps, die richtige Mitte zu finden. "Es hat auch was mit Technik zu tun, aber es hat viel damit zu, dass man einen Standpunkt hat. Und dann kann es einen auch wenig aus der Bahn schmeißen oder aus der Achse in dem Fall." Das Schlüsselwort ist also Achse, in sich ruhen, aufrechter Gang, Selbstbewusstsein

Im Tango musst du erstmal deine Achse haben

Stefanie Stenzel stellt fest, "das hat auch für mich wirklich so ein bisschen was mit der Bibel zu tun. Liebe deinen Nächsten wie dich selber. Und wir hören dann immer nur den ersten Teil vom Satz. Dass ich aber erst selber wissen muss:

"Wer bin ich? Wo liebe ich mich? Im Tango musst Du erst mal deine Achse haben und selber wissen, wo du stehst. "

Und dann kannst du ab irgendeinem Zeitpunkt sagen: Ehrlich gesagt ist mir meine Achse Wurst."
Und dann kann es losgehen mit dem Feingefüge zwischen zwei Menschen. Jeder tanzt anders, und damit es klappt, müssen sich zwei etwas schenken.

"Für mich hat es wahnsinnig viel mit Urvertrauen zu tun. Ich hatte mal so ein Schlüsselerlebnis. Da habe ich schon sehr lange getanzt und ich war bei einer sehr guten Trainerin. Die meinte zu mir: Ganz fantastisch und du vertraust auch, aber nur bis zu einem bestimmten Punkt."

Vertrauen schenken. Vielleicht kann man das ja auch wieder neu entdecken, am Valentinstag samt spirituellem Abendspaziergang unter dem Motto "Schöpfung. Liebe. Tango".

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