10.04.2020
Coronavirus

Wo gibt es in Zeiten von Corona Hilfe für Menschen in Quarantäne oder Senioren?

In Zeiten des Coronavirus arbeiten immer mehr Menschen von zuhause aus oder befinden sich vorsorglich in Quarantäne, weil sie einer der Risikogruppen angehören. Woher aber bekommen sie Lebensmittel oder andere Dinge des täglichen Bedarfs? Im Internet gibt es mehrere Angebote. Eine Übersicht.
Frau am Telefon

Das Coronavirus schränkt die Menschen in Deutschland in ihrem täglichen Leben immer weiter ein. In Bayern gibt es staatliche Ausgangsbeschränkungen, die das Spazierengehen mit dem Lebenspartner oder der Familie zwar weiterhin erlauben - und auch Einkaufen ist immer noch möglich.

Für diejenigen, die zu einer Risikogruppe gehören, oder unter Quarantäne stehen, ist das Verlassen der Wohnung jedoch nicht so ohne weiteres möglich. Wie wird ihnen in Zeiten von Corona geholfen? Eine Übersicht:

Übersicht: Hilfe in Zeiten von Corona für Menschen in Quarantäne und Senioren

Die Plattform "Quarantäne Helden" bietet deutschlandweit die Möglichkeit, Hilfe zu bekommen, wenn man sich beispielsweise in Quarantäne befindet oder zu einer Risikogruppe gehört. Auf der anderen Seite können Freiwillige sich auf der Seite anmelden, um anderen zu helfen. Mittlerweile haben sich schon mehr als 35.000 Menschen auf der Seite als Helfer gemeldet.

Gleichzeitig gab es knapp 800 Anfragen auf Hilfe. Menschen bitten andere darum, für sie Einkaufen zu gehen, die Post abzuholen. Auch Nachhilfe-Unterricht über Skype wird angeboten. Die Seite gibt auch Tipps, wie man ganz ohne "Quarantäne Helden" helfen kann. "Helft in Eurer Nachbarschaft" oder "Helft nur einem Haushalt, aber das konsistent. Sucht Euch zum Beispiel eine Familie und helft nur dieser" heißt es da. 

Lokale Hilfsangebote für Menschen die von Corona betroffen sind

Der Augsburger Radiosender "Radio Fantasy" probiert es mit einer Herausforderung und nennt das Ganze "Augsburger Nachbarschaftschallenge". "In dieser schwierigen Zeit sind gerade ältere Menschen, die vielleicht keine Familie oder Verwandten in der Nähe haben oder Vorerkrankte besonders gefährdet und auf Hilfe angewiesen", heißt es auf der Seite und weiter: "Ihr seid jung, engagiert, nicht in der Corona-Risikogruppe und habt Zeit oder kennt jemanden der zurzeit nicht selbst Einkaufen sollte und Hilfe im Alltag benötigt? Dann meldet Euch bei uns!"

Wer sich anmeldet, kommt in eine WhatsApp-Gruppe. Braucht jemand Hilfe, wird geschaut, welcher Helfer verfügbar ist. Dann tauschen Helfer und Hilfesuchender Nummern aus und können untereinander abklären, was der andere braucht.

Corona-Krise: Kliniken in München suchen Helfer

Die Pflegekräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Münchner Kliniken arbeiten bis an ihre Grenzen. Um Entlastung zu schaffen, werden Freiwillige gesucht, die sich bereit erklären würden, in den Kliniken auszuhelfen. "Wir suchen Menschen mit Engagement und Zeit. Auch, wenn es vielleicht nur ein paar Stunden die Woche sind. Als Klinikbetrieb benötigen wir rund um die Uhr Helfer. Also auch an Wochenenden oder bei Schichtdiensten." 

Dabei werden nicht nur Menschen gesucht, die sich in Medizin oder Pflege auskennen, sondern auch Menschen mit Erfahrungen in der Kinder- oder Erwachsenenbetreuung, sowie Personen, die über besondere Sprachkenntnisse verfügen, aus der Hotelbranche kommen oder einfach nur gerne Lieferdienste erledigen wollen.

Hilfe in Zeiten von Corona: Landkreise vermitteln Helfer, Gesundheitsministerium gibt Tipps

Viele Landkreise in Deutschland vermitteln Helfer. Dazu einfach auf die Internetseiten der Landratsämter schauen, oft gibt es ein spezielles Bürgertelefon oder direkt ein Angebot, wo man Hilfe finden kann.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat außerdem ein Dokument veröffentlicht, in dem Tipps für die häusliche Quarantäne gegeben werden.

Unter dem Motto "Unser Soziales Bayern: Wir helfen zusammen!" will das Bayerische Sozialministerium Senioren unter die Arme greifen. Die Stadt Nürnberg teilte auf Sonntagsblatt-Anfrage mit, sie stehe "in engem Austausch mit den Kirchen, um Einzelheiten der Unterstützung für Senioren zu planen". In München wurden die 32 Alten- und Servicezentren in den Stadtteilen geschlossen, lediglich ein Notbetrieb bleibe aufrechterhalten, teilte das Sozialreferat mit.

Mehr dazu lesen Sie im Artikel: Senioren und Corona - Sozialministerium will Ältere durch Hilfsaktionen unterstützen.

Haben Sie noch einen Hinweis?

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