Kirchenkreis München und Oberbayern
Die Oberhachinger Pfarrerin Irene Geiger-Schaller ist Ökumenebeauftragte des Kirchenkreises München-Oberbayern. Mit Verspätung wird sie nun offiziell von Regionalbischof Christian Kopp in ihr Amt eingeführt. In einem Interview spricht sie über ihre Arbeit.
Irene Geiger-Schaller

An diesem Sonntag (17. Januar) wird die Oberhachinger Pfarrerin Irene Geiger-Schaller von Regionalbischof Christian Kopp in ihr Amt als Ökumenebeauftragte des Kirchenkreises München-Oberbayern eingeführt, das sie bereits seit einem guten Jahr ausübt.

Schuld an der Verspätung ist das Coronavirus - doch es beschert der Zeremonie auch den passenden Ort: Aus Platzgründen findet die ökumenische Feier in der katholischen Kirche St. Bartholomäus statt.

Frau Geiger-Schaller, was ist Ihr Ziel als Ökumene-Beauftragte?

Irene Geiger-Schaller: Ich glaube, dass Ökumene die Zukunft der Kirchen ist. Schon rein strukturell gibt es einfach die Notwendigkeit, stärker zusammenzuarbeiten. Wir Christen haben einen Auftrag in der Welt: Wir sollen die Menschen zu einem friedlichen Zusammenleben bewegen. Das gelingt auch am besten zusammen. Zu meinen Aufgaben gehören deshalb die Vernetzung und der Austausch.

Weniger Hauptamtliche für größere Gebiete: Was auf katholischer Seite längst Realität ist, erwartet auch die evangelische Kirche in ein paar Jahren. Wie lässt sich das bewältigen?

Irene Geiger-Schaller: Indem man nicht nur irgendwie überlebt, sondern sich gegenseitig hilft. Mit dem katholischen Kollegen, der 2019 nach Oberhaching kam, haben wir im letzten Jahr alle Projekte gemeinsam in Angriff genommen?

Ob das die Online-Gottesdienste zu Ostern und Pfingsten waren, Aktionen der Konfirmanden und Firmlinge oder der gemeinsame Film an Weihnachten mit den beiden Kinderchören. Ohne diese Zusammenarbeit hätte jeder verzweifelt vor sich hin gewurschtelt. So aber haben wir auch im Ort viel bewirkt und konnten gemeinsam auf mehr Ehrenamtliche und größere Netzwerke zurückgreifen.

Finden die Gemeindemitglieder so viel Ökumene denn immer gut?

Irene Geiger-Schaller: Niemand will voll in der anderen Konfession aufgehen. Aber neben allen Frotzeleien, die es immer gibt, lautet die Grundstimmung: Es ist gut, viel gemeinsam zu machen. Wir wären schlechte Vorbilder, wenn wir uns als Konfessionen im Weg stünden. Wir können stattdessen zeigen, dass man viel zusammen machen kann, auch wenn man vieles anders sieht oder in manchen Punkten unterschiedliche Wesenszüge hat. Vor allem können wir zeigen, dass man gut miteinander umgehen kann.

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