Buß- und Bettag
Um die Corona-Lage geht es auch in der Predigt von Heinrich Bedford-Strohm zum heutigen Buß- und Bettag. Die "seelische Inzidenz" steige spürbar an, so der Landesbischof. Der aktuellen Situation setzt er eine hoffnungsvolle Vision entgegen.
Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Nach Ansicht des bayerischen evangelischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm steigt die "seelische Inzidenz" im Land spürbar an. In seiner Predigt am Buß- und Bettag in München sagte der Bischof, die Frage der diesjährigen kirchlichen Bußtags-Kampagne ‚Alles wieder gut?' müsse man derzeit leider verneinen.

Predigt zum Buß- und Bettag: "Nein, es ist nicht alles wieder gut"

Sein Fazit angesichts der hohen Corona-Inzidenzzahlen, einer "noch immer viel zu geringen Impfquote" und der Warnungen vor überfüllten Intensivstationen sei: "Nein, es nicht alles wieder gut".

Viele Menschen wollten nicht noch einmal einen Herbst erleben, "der nach einer sommerlichen Hoffnungszeit zur großen Enttäuschung wird", sagte Bedford-Strohm. Sie wollten nicht wieder die permanente Vorsicht bei der Begegnung mit anderen Menschen, nicht noch einmal steigende Corona-Totenzahlen, die Angst machten oder eine Diskussion, ob Weihnachtsgottesdienste in den Kirchen abgehalten werden könnten.

Bedford-Strohm: So kann die Vision Realität werden

Dieser aktuellen Situation stellte der Landesbischof in der Predigt eine Vision von einer Welt in 50 Jahren gegenüber. In der könnten Kinder und Jugendliche den Geruch von Kohle- und Autoabgasen nicht mehr kennen, weil man die Vorhersagen der Wissenschaftler ernst genommen und festgestellt hatte, dass man glücklicher sei, wenn man nicht auf Kosten anderer Menschen lebe.

Diese Vision, so der Landesbischof, könne Realität werden nicht durch "moralistische Gesetzlichkeit" oder "apokalyptische Horrorvisionen", sondern nur durch eine "Erneuerung an Kopf, Leib und Seele". Christinnen und Christen seien gerufen, dabei in der ersten Reihe zu stehen.

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