Blog #himmelwärts
Viele Erwachsene haben keine Ahnung, worum es am Buß- und Bettag geht. Wie sollen es dann erst Kinder verstehen? Frau Religionslehrerin erklärt in ihrem neuen Blog, wie sie dabei vorgeht - und was die Schulbusse mit dem evangelischen Feiertag zu tun haben.
Text: Buß- und Bettag - so erklärt Frau Religionslehrerin Kindern die Bedeutung

Als eines meiner grundlegenden Themen in allen Klassen steht für mich das Kirchenjahr weit oben auf der Liste. Mir persönlich ist es sehr wichtig, dass die Kinder wissen welche Feste und Feiertage wir im Jahr feiern und begehen. Warum feiern wir Pfingsten? Was hat es sich mit Christi Himmelfahrt auf sich? Und wer oder was ist dieser Buß- und Bettag?

"Am Buß- und Bettag haben die Schulbusse frei"

Als mir ein Junge aus der 2. Klasse einmal auf meine Frage nach dem Buß- und Bettag folgende Antwort gab: "Am Buß- und Bettag haben die Schulbusse frei, deshalb haben wir schulfrei", war mir klar, auch bei den Kleinen muss das Kirchenjahr und auch der Buß- und Bettag unbedingt Thema sein. Aber woher sollen die Kinder auch den Begriff "Buße" kennen. Ein Begriff aus dem Mittelalter, der in unserer Alltagssprache heute nicht mehr in Gebrauch ist. Zumindest verwende ich dieses Wort nicht mehr und meine Relikinder erst recht nicht.

Daher wähle ich den Weg über eine Redewendung, um dem Buß- und Bettag auf die Spur zu kommen und die Bedeutung mit meinen Schüler*innen anschaulich und verständlich zu klären.

Wo der Schuh drückt

"Anna, wo drückt den denn Schuh", fragt die Mutter in meiner Erzählung ihre Tochter, nachdem sie traurig und schlecht gelaunt aus der Schule heim gekommen ist. Ohne diese Redewendung zu kennen, antwortet Anna verdutzt, dass doch ihre Schuhe noch wunderbar passen, weil sie noch ganz neu sind.

Ihre Mama erklärt ihr dann die Bedeutung dieser Redewendung. "Wenn der Schuh drückt…", verwendet man, wenn man merkt, dass es dem Gegenüber nicht gut geht. Irgendetwas belastet und bedrückt die andere Person: "bedrückt sein" – "der Schuh drückt". Annas Mutter macht ihrer Tochter Mut ihre Sorgen mit anderen zu teilen und ihr zu erzählen, wo denn bei ihr der Schuh drückt.

Gott können wir alles anvertrauen

Nach dieser Erzählung gehe ich mit meinen Relikindern den nächsten Schritt und überlege mit ihnen, dass Gott wie eine Mama, wie ein Papa oder wie ein*e Freund*in ist und wir auch mit Gott unsere Sorgen teilen können. Gibt es etwas was nicht gut gelaufen ist? Hatte ich Streit oder Ärger? Habe ich einen Fehler gemacht, der mir mittlerweile leid tut? Wo drückt bei uns der Schuh? Das alles können wir Gott anvertrauen und erzählen.

Zum Abschluss darf jedes Kind symbolisch für das eigene Klagegebet einen Stein in einer großen Glasvase versenken. Die Sorgen sind dann nicht weggezaubert, aber wenn man sie teilt – auch mit Gott – erscheinen sie einem manchmal leichter.

Der Buß- und Bettag soll uns vor Augen führen, dass Gott jemand ist, der uns zuhört, egal was uns bewegt.

Ich möchte meinen Schüler*innen vermitteln, dass Gott nicht nur ein Gott des Glücks und der Freude ist, sondern auch unsere Klagen, unseren Ärger und unsere Fehler aushalten kann und will.

Mehr Einblicke in meine Arbeit und Tipps und Ideen für den Religionsunterricht gibt es auf meinem Instagramkanal: frau_religionslehrerin

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