8.05.2020
Radioaktive Abfälle

Endlagersuche: Atomkraftgegner kritisieren "Länderegoismus" Bayerns

Atomkraftgegner aus dem Wendland haben die wiederholte Erklärung führender Politiker aus Bayern kritisiert, wonach der Freistaat nicht als Standort für ein Atommüllendlager in Betracht komme.
Atomkraftwerk Grundremmingen

"Das ist nichts als dreister Länderegoismus", sagte Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg am Mittwoch. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verfolge weiterhin die Linie, ein Atommüllendlager in Bayern zu verhindern.

Söder hatte mehrfach erklärt, dass es in dem Bundesland keine geeigneten Gesteinsformationen für ein unterirdisches Endlager gebe.

Die im Bayrischen Wald und im Fichtelgebirge vorkommenden Granitformationen seien zerklüftet und wasserdurchlässig.

Ohnehin eigne sich Granit im Vergleich zu Salz oder Ton weniger gut als Wirtsgestein. Salz- und Tonvorkommen gebe es in Bayern aber nicht. Im Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wählern heißt es: "Wir sind überzeugt, dass Bayern kein geeigneter Standort für ein Atomendlager ist."

Die Suche nach einem Endlager war 2017 neu gestartet worden. Bis Ende September will die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) einen Zwischenbericht vorlegen. Darin sollen erstmals Regionen benannt werden, die für den Bau eines Atommüllendlagers nicht infrage kommen.

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