1.04.2020
Evangelische Kirche in Bayern

Nürnberg: "St.-Lorenz-Kirche" - Evangelische Kirche im Dekanat Nürnberg

Ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt Nürnberg ist die hochgotische St.-Lorenz-Kirche, die sich im Zentrum der Altstadt befindet. Im Innenraum der Kirche befindet sich eine der größten Orgeln der Welt.

Mit dem Bau der hochgotischen Basilika St. Lorenz wurde bereits zwischen 1243 und 1315 begonnen. Wo sich heute die Lorenzkirche befindet, stand vorher eine Kapelle, die dem "heiligen Lorenz zum heiligen Grab" geweiht war, wie auf der Webseite der Kirchengemeinde zu lesen. Vermutlich war die Pfarrei schon vor 1275 selbständig war, sicher aber ab 1315. Der Innenraum der Lorenzkirche zeichnet sich durch einen lichterfüllten, zwischen 1439 und 1477 entstandenen Hallenchor aus.

Vorreformatische Kunstwerke in der Lorenzkirche

1524 wurde die Reformation in Nürnberg eingeführt. Zuvor wirkte der protestantische Theologe Andreas Osiander (1498-1552) in St. Lorenz. Trotzdem wurden die vorreformatischen Kunstwerke in der Lorenzkirche nicht entfernt werden.

Deshalb finden sich bis heute Werke wie der "Engelsgruß" von Veit Stoß in der Kirche. Das Kunstwerk, das die Verkündigung der Geburt Jesu durch den Erzengel Gabriel an die Jungfrau Maria darstellt, gilt als Zuschauermagnet und einer der größten Schätze der Lorenzkirche. Auch das Sakramentshaus von Adam Kraft zählt zu den Werken, die die Reformation überlebt haben.

Der "Engelsgruß" des Bildhauers Veit Stoß schwebt über dem Altar.

Größte Orgel in einer evangelischen Kirche in Deutschland

Neben diesen Kunstschätzen verfügt die Lorenzkirche auch über eine außergewöhnliche Orgel: 1477 fertiggestellt, verfügt das Instrument nach Angaben der Kirche über 165 Register mit 12.156 Pfeifen und ist damit die größte Orgel in einer deutschen evangelischen Kirche und die elftgrößte der Welt.

Zerstörung von St. Lorenz im Zweiten Weltkrieg

Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde St. Lorenz über die Jahrhunderte hinweg nur geringfügig beschädigt. Am 10. August 1943, dem Namenstag der Kirche, wurde sie jedoch durch einen Bombenangriff erheblich zerstört. Anfang 1945 fiel eine weitere Bombe auf die Lorenzkirche und ließ das gesamte Dach des Langhauses einstürzen, wie der Webseite von St. Lorenz zu entnehmen ist. Zu diesem Zeitpunkt waren einige bedeutende Kunstwerke der Kirche, zum Beispiel der "Engelsgruß", bereits im Nürnberger Kunstbunker in Sicherheit gebracht oder aber - wie das Sakramentshaus - eingemauert worden. Nach beschwerlichen Aufbauarbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die St.-Lorenz-Kirche am Laurentiustag 1952 erstmals wieder als Gottesdienstraum dienen.

Evangelische St.-Lorenz-Kirche Nürnberg

Die St.-Lorenz-Kirche gehört zum Dekanat Nürnberg und damit zum Kirchenkreis Nürnberg.

Evang. – Luth. Pfarramt St. Lorenz
Burgstr. 1-3
90403 Nürnberg

Telefon 0911 214 25 00
Fax 0911 214 25 17
E-Mail innenstadtpfarramt.nuernberg@elkb.de

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