Evangelische Kirche Bayern
Die evangelische Kirche St. Johannes Baptista in Floß war jahrelang eine Simultankirche. Wir stellen die Kirche vor, die bis 1912 gemeinsam von evangelischen und katholischen Gläubigen genutzt wurde. Ein Rundgang.
St. Johannes Baptista Floss
St. Johannes Baptista Floss

Die evangelische Kirche St. Johannes Baptista in Floß hat eine ungewöhnliche Geschichte hinter sich. Von 1654 bis 1913 war sie eine Simultankirche und wurde gemeinsam von evangelischen und katholischen Gläubigen genutzt. Bis heute erinnert der Tabernakel am Hochaltar an die Zeit des Simultaneums.

Die Pfarrei Floß wurde schon um 1200 urkundlich erwähnt, vermutlich bildete die ehemalige Burganlage den Kern für den ersten Kirchenbau, worauf Mauerreste am Kirchenschiff hinweisen.

Der Altarraum weist auf die Entstehungszeit hin: Dort erinnert die Jahreszahl 1503 am Südost-Eckpfeiler der Kirche an das Baujahr des Altarraumes hin. Das Kreuzrippengewölbe im Altarraum und der Taufstein aus heimischem Granit stammen aus der Spätgotik.

Wie aus der Heimatchronik hervorgeht, wollte der erste Pfarrer dem Kloster nicht seinen Zehnten überantworten, weshalb er exkommuniziert werden sollte. Erst mit dem Religionsmandat 1542 wurde die Landgrafschaft Leuchtenberg offiziell evangelisch. Damit bekam Floß auch einen evangelischen Prediger zugewiesen, Pfarrer Schmucker.

Ende der 1990er Jahre wurde die evangelische St. Johannes-Baptista-Kirche gründlich renoviert. Zu besonderen Festtagen wie dem Reformationsfest steigt der Posaunenchor auf den Turm zum Turmblasen.

Ausstattung der St. Johannes-Baptista-Kirche in Floß

Der spätgotische Taufstein wurde aus heimischem Granit gearbeitet. Altar und Kanzel stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die erhöhte Kanzel ist über die Sakristei erreichbar. Auf dem Schalldeckel der Kanzel befindet sich eine Skulptur von Johannes dem Täufer.

Das Altarbild zeigt das biblische Geschehen der Taufe im Jordan: Johannes der Täufer tauft Jesus Christus. Unter der Figur befindet sich ein kleines Täfelchen mit den Worten "Du bist mein lieber Sohn". In den Ecken des Altarraumes stehen auf Sockeln die Eltern von Johannes dem Täufer, Elisabeth und Zacharias.

Die Emporen stammen aus dem 17. Jahrhundert. Die Decke des Langhauses (von 1781-83) ist mit prächtigen Blumenornamenten geschmückt. Sie sollen einen Vorgeschmack auf die Freuden des Himmels wecken.

Im 19. Jahrhundert gab es einen verheerenden Brand im kleinen Ort Floß. Die Kirche war eines der wenigen Gebäude, das den Brand vom 23. Februar 1813 überstand.

Die Kirchenorgel wurde erst 1970 eingeweiht und verfügt über 1.600 Pfeifen. Eine ausführliche Kirchengeschichte von Pfarrer Stolz kann hier nachgelesen werden

Simultankirchen-Radweg

Die evangelische Kirche St. Johannes Baptista liegt an der Route 8 des Simultankirchen-Radweges. Dieser führt zu sakralen Kunstschätzen und gemütlichen Landgasthöfen in der mittleren und nördlichen Oberpfalz.

Der Radweg verläuft auf rund 400 Kilometern durch die Landkreise Amberg-Sulzbach, Neustadt an der Waldnaab, Tirschenreuth und der Stadt Weiden. Er verbindet 50 Kirchen und historische Orte, die zum Teil bis heute simultan, also von evangelischen und katholischen Christen gemeinsam, genutzt werden.

Evangelische Kirche St. Johannes Baptista Floß
Evangelische Kirche St. Johannes Baptista Floß
Evangelische Kirche St. Johannes Baptista Floß
Evangelische Kirche St. Johannes Baptista Floß
Evangelische Kirche St. Johannes Baptista Floß
Evangelische Kirche St. Johannes Baptista Floß - Heilige Geist.

St. Johannes Baptista Floß

St. Johannes Baptista Floß
Dr.-Martin-Luther Ring 4
92685 Floß

Telefon +49 9603 / 8318
Mail:
www.floss-evangelisch.de/

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