7.05.2015
Kirche und Tourismus

Radwegenetz zu Simultankirchen in Ostbayern

Die bayerische Landeskirche hat einen Simultankirchenradweg: Dieser führt zu rund 40 Kirchen.
Simultankirchenradweg

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm tritt für die Ökumene in die Pedale: Zusammen mit Domkapitular Norbert Winner (Bistum Eichstätt) und Regionaldekan Ludwig Gradl (Bistum Regensburg) wurde 2015 in Sulzbach-Rosenberg sowie in Illschwang der neue Simultankirchenradweg in der Oberpfalz eröffnet. Der ökumenische Radweg verbindet 49 Gotteshäuser und historische Orte, die von evangelischen und katholischen Christen zusammen genutzt wurden oder bis heute Simultankirchen sind, wie die Initiatoren mitteilten.

Die Vorbereitungen für das ökumenische Projekt waren vor etwa vor fünf Jahren angelaufen. Das Radwegenetz zählt nun etwa 400 Kilometer und erstreckt sich über die Landkreise Amberg-Sulzbach, Neustadt an der Waldnaab, Tirschenreuth sowie die Städte Sulzbach-Rosenberg und Weiden. Der Simultankirchenradweg besteht aus zehn unabhängigen Routen von 45 bis 80 km Länge und führt zu Kirchen, die ab Mitte des 17. Jahrhunderts von evangelischen und katholischen Gemeinden gemeinsam genutzt wurden.

Kirchen aus der Barockzeit und Dorfkirchen

Die Gotteshäuser aus der Barockzeit und liebevoll restaurierten alten Dorfkirchen erzählten Geschichten und zeugten von einem einzigartigen kulturellen Erbe, erklärte der Vorsitzende des Fördervereins Simultankirchen, Pfarrer Hans-Peter Paukstadt-Künkler. "Der Radweg wird viele Menschen in Bewegung bringen", ist er überzeugt, weil er auch Kultur, Kirche und Sport miteinander verbinde. Etwa 50 Kirchengemeinden und Pfarreien sowie zahlreiche Kommunen unterstützten den Simultankirchen-Radweg.

Simultaneum: Kirchen teilen zwischen katholisch und evangelisch

Der Sulzbach-Rosenberger Dekan Karlhermann Schötz erinnerte daran, wie evangelische und katholische Christen mit Einführung des "Simultaneums" Mitte des 17. Jahrhunderts sich die Kirchen für ihre Gottesdienste teilen mussten. In einigen Gemeinden der Dekanatsbezirke Sulzbach-Rosenberg und Weiden existierten noch heute solche Simultankirchen. Da könne es vorkommen, "dass in einer Kirche, die als evangelisch gilt, Weihrauch zu riechen ist". Der Simultankirchenradweg wolle Radfahrern diese besonderen Kirchen erschließen.

Pfalzgraf Christian August von Sulzbach hatte das Simultaneum 1652 eingeführt und damit angeordnet an, dass die Kirchen in seinem Herzogtum sowohl den evangelischen als auch den katholischen Gemeinden zur Verfügung standen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden viele Simultaneen aufgelöst.

Die interaktive Karte zum Simultankirchenradweg findet sich hier.

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