16.06.2020
Basiswissen Christentum

Was bedeuten die 10 Gebote heute für uns?

Die Zehn Gebote sind uralte Richtlinien, die vor Jahrtausenden aufgeschrieben wurden. Sie sind ein wichtiges Fundament des christlichen Glaubens. Aber was bedeuten die Gebote heute?

"Du sollst nicht töten" - das ist eines der Zehn Gebote aus der Bibel, das fast jeder kennt. Nach der Überlieferung hat Gott die Zehn Gebote dem Propheten Mose auf dem Berg Sinai übergeben. Die Gebote sollen dem Menschen Orientierung geben.

Sowohl für das Judentum als auch für das Christentum gehören die "Zehn Gebote" zu den zentralen Texten der Bibel und zu den Kernstücken des Glaubens.

Die "Zehn Gebote" in der Bibel

Während der Wanderung der Isrealiten aus Ägypten zurück in das gelobte Land rief Gott den Schafhirten Moses auf den Berg Sinai. Der alttestamentlichen Überlieferung nach verkündete ihm Gott dort die Zehn Gebote. Bis heute sind sie die Leitlinien christlicher Werte. Sie bestimmen die Haltung des Menschen zu Gott und zu seinem Mitmenschen.

Die Zehn Gebote bilden eine Art Zusammenfassung der 613 Gebote, die im alttestamentlichen Gesetz enthalten sind. Die ersten vier Gebote befassen sich mit der Beziehung des Menschen zu Gott. Die weiteren sechs Gebote beziehen sich auf die Beziehungen der Menschen zueinander.

Historisch gesehen war das Wort Gesetz oder Gebot eher als Wegweiser zu verstehen. Die Tora wurde verstanden als großes Geschenk Gottes, zumal sie dem Einzelnen und dem Volk zeigte, auf welche Weise Leben gelingen kann. Darum steht über beiden biblischen Fassungen der Gebote der Satz: "Ich bin der Herr, dein Gott! Ich habe dich aus Ägypten herausgeführt, ich habe dich aus der Sklaverei befreit."

Die Zehn Gebote finden sich in der Bibel in Exodus 20,1-17 und Deuteronomium 5,6-21.

Zehn Gebote unterscheiden sich je nach Tradition

Bei der Zählung der Gebote gibt es im Judentum und in den christlichen Kirchen unterschiedliche Traditionen. Die unten aufgeführten Zehn Geboten folgen der Tradition der lutherischen Kirchen. Eine andere Zählung ergibt sich dort, wo das Bilderverbot – "Du sollst dir kein Bildnis machen" - als zweites Gebot aufgeführt wird, so in der anglikanischen, reformierten und orthodoxen Tradition. Dort werden dann "neuntes" und "zehntes" Gebot als ein Gebot verstanden.

Hintergrund: Die 10 Gebote

1. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

2. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.

3. Du sollst den Feiertag heiligen.

4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.

5. Du sollst nicht töten.

6. Du sollst nicht ehebrechen.

7. Du sollst nicht stehlen.

8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.

Zehn Gebote - Interview

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Wie aktuell sind die Grundwerte unseres christlichen Glaubens? Wie integrieren wir die Zehn Gebote in unseren Alltag? Was können wir mit der Aufforderung "Du sollst..." noch anfangen?

Die Sonntagsblatt-Redaktion hat eine Video-Umfrage gemacht - und Menschen auf der Straße ebenso wie Experten gesprochen. Zu den Experten gehören:

Der Soziologe Philipp Büttner vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda Bayern),

Isabel Schmidhuber,  Leiterin des Frauenobdachs Karla 51,

und der Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele, Christian Stückl.

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Autor
Die Zehn Gebote haben im Judentum wie im Christentum zentralen Rang für die theologische Ethik und haben die Kirchengeschichte und die Kulturgeschichte Europas geprägt. Laut einer Umfrage des Allensbach-lnstitutes haben die "Zehn Gebote" jedoch nur für 50 Prozent der Bundesbürger Gültigkeit. 23,7% der Befragten lehnen die Gebote im 2. Mose 20 als überholt ab. Bei den jüngeren Bundesbürgern bis zu 30 Jahren werden die Gebote nur von 25% der Befragten akzeptiert, 42% fanden sie total veraltet. Sind die Gebote noch wichtig?