20.08.2019
Ökologie

Hochschule Ansbach und Diakonie Neuendettelsau experimentieren mit Dünger aus Kartoffelschalen

Dünger ohne Chemie und strengen Geruch - darüber würden sich viele Pflanzenliebhaber freuen. Die Hochschule Ansbach und die Gärtnerei der Diakonie Neuendettelsau haben deshalb nun Dünger aus Kartoffelschalen getestet. Was bei dem Experiment herausgekommen ist.
Die Hochschule Ansbach und die Gärtnerei der Diakonie Neuendettelsau haben gmeinsam alternativen Dünger aus Kartoffelschalen entwickelt. Wie sich das Produkt in der Praxis geschlagen hat, berichtet Reporterin Diane Mayer in einem Audio-Beitrag für die Evangelische Funk-Agentur (efa).

Dünger aus Kartoffelschalen: Enstanden ist diese Idee im Masterstudiengang "Internationales Service- und Produktmanagement" der Hochschule Ansbach. Die Leiterin, Professorin Anke Knoblauch, erläutert: "Wir hatten Kontakt zu einer Behindertenwerkstatt, die sich mit Kartoffelverarbeitung beschäftigt." Dabei sei die Frage entstanden, wie die Schalen sinnvoll weiterverwendet werden könnten.

Normalerweise landen die Reste in Biogasanlagen oder im Tierfutter. Die Studierenden wollten sie in einem anderen Bereich austesten: als Nährstoff und Wasserspeicher für Pflanzen.

 

Benjamin Weiß von der Gärtnerei der Diakonie Neuendettelsau
Benjamin Weiß von der Gärtnerei der Diakonie in Neuendettelsau koordiniert das gemeinsame Projekt mit der Hochschule Ansbach.

Wie der Kartoffelschalen-Dünger erforscht wurde

In ersten Tests wurden die Kartoffelschalen getrocknet. Die Ergebnisse sahen gut aus. Danach kam die Hochschule auf die Gärtnerei der Diakonie Neuendettelsau zu. Benjamin Weiß, Koordinator des gemeinsamen Projekts aus der Gärtnerei, suchte für den Test eine Pflanze aus, die robust ist und an der man leicht erkennen kann, ob der Dünger wirkt. Er entschied sich für die Feige, bepflanzte damit mehrere Kübel und fügte in einige den getrockneten Dünger aus Kartoffelschalen hinzu.

An den Feigenbäumchen hängen schon Früchte - an den mit Kartoffelschalen gedüngten und an den nicht gedüngten. Benjamin Weiß findet: Der Versuch müsste länger gehen, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu bekommen.

 

Feigenbäumchen mit Kartoffelschalen gedüngt
Sowohl die gedüngten als auch die nicht gedüngten Feigenbäumchen tragen bereits Früchte. Der Versuch müsste länger gehen, um eindeutige Ergebnisse zu bekommen. Es wird weiter geforscht.

Welche Experimente als nächsten anstehen

Der Dünger hat laut Professor Sebastian Künzel vom Studiengang "Industrielle Biotechnologie" trotzdem klare Vorteile: "Wenn Sie organischen Dünger kaufen, ist das normalerweise getrockneter Rinder- oder Hühnermist und der stinkt fürchterlich." Außerderm staube er sehr. "Das haben wir mit den Kartoffelschalen natürlich alles nicht, da sie sehr hart und fest sind." Und: Sie stinken nicht.

Der Dünger als Wasserspeicher hat zwar nicht bewährt, doch die Hochschule forscht weiter. Welche Bereiche dabei besonders wichtig sind, weiß Professorin Knoblauch: "Wir müssen noch daran arbeiten, die Trocknung zu optimieren und das Produkt anzupassen. Und wir müssen Erfahrungen damit sammeln, wie unterschiedlich das Produkt weiterverarbeitet und genutzt werden kann, wenn wir es auf verschiedene Art trocknen."

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